FSK18
FSK18

Das Reich der Sieben Höfe - Flammen und Finsternis

Sarah J. Maas

Published

August 2017

Genre

Fantasy, Romantasy

Tropes

Fated Mates, Forbidden Love, Found Family, Morally Grey, Only One Bed, Strong Female Lead, Trauma Recovery

Gelesen auf

Englisch

Spice Rating

Rating

5,0

Darum geht’s

Feyre hat die Ereignisse unter dem Berg überlebt – jedoch nicht ohne Narben. Gezeichnet von ihrem Trauma und gefangen in dem Versuch, sich an einen Körper und eine Welt zu gewöhnen, die sich nicht länger wie ihre eigene anfühlt, kehrt sie an den Frühlingshof zurück. Und zu einer Zukunft, die plötzlich erdrückend wirkt.

Ihre Hochzeit mit Tamlin rückt immer näher. Doch auch ihr Deal mit Rhysand schwebt wie ein Schatten über ihr. Als er seinen Teil der Vereinbarung einfordert, wird Feyre gezwungen, alles zu hinterfragen, woran sie geglaubt hat – ihre Kräfte, ihre Loyalitäten und sogar sich selbst.

Während Feyre darum kämpft, ihre Stärke zurückzugewinnen, zeichnet sich am Horizont eine größere Bedrohung ab. Hybern rüstet sich zum Krieg. Und um die Menschen zu beschützen, die ihr am meisten bedeuten, muss Feyre Entscheidungen treffen, die nicht nur das Schicksal Prythians, sondern auch ihr eigenes Herz für immer verändern werden.

The Review

Da sind wir wieder, ihr lieben Bookdragons. Und dieses Buch? Ich habe das Gefühl, dass es in vielen unserer Herzen einen besonderen Platz hat. Diese Buchreihe ist einfach etwas Besonderes. Und Sarah J. Maas ist – ich werfe es jetzt einfach in den Raum – eine der einflussreichsten Autor*innen da draußen. Und wenn es euch wie mir ergangen ist, dann ist das das Buch gewesen, bei dem es klick gemacht hat. Wo ihr realisiert habt, dass ihr nicht einfach nur ein Buch lest, sondern eine neue Sucht entwickelt. Das erste Buch war gut, gar keine Frage. Aber das? Dieses Buch hat alles nochmal auf das nächste Level gehoben. Also, lasst uns reingehen. Und keine Sorge, nach dieser Review habt ihr offiziell die Erlaubnis in den Kommentaren durchzudrehen und Charaktere zu bashen, bei denen ihr euch zuvor noch zusammenreißen musstet.

Spoiler Review
READ ONLY IF YOU’VE FINISHED THE BOOK

Wir sind zurück am Frühlingshof und Feyre wacht von einem lebhaften Albtraum über ihre Zeit unter dem Berg auf. Ihr Trauma ist wirklich schlimm. Da gibt es nichts schönzureden. Und das ist auch völlig verständlich. Daher ist es auch nicht überraschend, dass Albträume gefolgt von Erbrechen ihre neue nächtliche Routine sind. Was jedoch neu ist, dass Tamlin das anscheinend überhaupt nicht interessiert. Obwohl – streicht das. Wenn ich an den ersten Teil und all die Male zurückdenke, in denen er beschlossen hat nichts zu tun, anstatt ihr zu helfen, ist es doch nicht sehr überraschend, dass er so tut als würde er schlafen, anstatt seiner Verlobten beizustehen. Sogar Feyre fällt das auf. Sie ignoriert es jedoch und rechtfertigt sein Verhalten mit seinem eigenen Trauma. Komisch nur, dass sie ihm helfen wollte, als er das erste Mal von einem Albtraum aufgewacht ist…

Versteht mich bitte nicht falsch. Ich bin in keiner Weise dazu qualifiziert mich als Trauma-expertin zu bezeichnen. Und ja, jeder geht anders mit Trauma um, und das ist offensichtlich auch okay. Aber ich denke, dass wir uns schon einigen können, dass das Trauma zu ignorieren und sich weigern drüber zu reden – oder das Leiden einer anderen Person zu ignorieren – nicht so toll ist. Ich finde zwar auch, dass es legitim ist überfordert zu sein, wenn der oder die Partner*in leidet, und nicht richtig zu wissen, wie man helfen soll. Aber sich aktiv dazu zu entscheiden, die Narben zu ignorieren und so zu tun, als wäre alles in Ordnung? Das ist nichts, was ich persönlich in einer Beziehung suchen würde.

Okay, das gesagt, lasst uns fortfahren. Am nächsten Tag lernen wir, dass Tamlin daran arbeitet die Dörfer wieder aufzubauen, die während Amaranthas Herrschaft zerstört wurden. Feyre möchte mitkommen und helfen, aber Tamlin verbietet es ihr. Er begründet das damit, dass das nicht sicher wäre. Besonders für sie. Sieht so aus als hätte da jemand vergessen, dass seine knallharte Verlobte ganz Prythian gerettet hat, als sie noch ein bloßer Mensch war. Und dass seine besagte knallharte Verlobte inzwischen selbst Fae ist. Aber (und ich hasse, dass ich das schreiben muss) Tamlin setzt sich durch und Feyre muss zurückbleiben und die Hochzeit planen. Hier gäbe es einiges, was man kritisch hinterfragen sollte, aber da ich weiß, was alles noch vor uns liegt, belasse ich es vorerst dabei.

Wie zuvor erwähnt steckt Feyre nun mitten in den Hochzeitsvorbereitungen. Ich möchte an dieser Stelle kurz erwähnen, dass die Feministin in mir, es nicht gut findet, dass Tamlin diese Aufgabe an die Frauen weitergegeben hat. Aber wenn wir uns seinen Track-Record anschauen, ist das ja leider nicht überraschend. Mit den Hochzeitsvorbereitungen lernen wir auch Ianthe kennen. Hohepriesterin und eine gute Freundin von Tamlin. Die praktischerweise, während Amaranthas Herrschaft geflohen und nun, da sich die Wogen geglättet haben, zurückgekehrt ist. Ich bin mir nicht sicher, ob Ianthe jemals dazu ausgelegt war, dass man sie mag, aber ich konnte sie von Anfang an nicht leiden. Keine Ahnung ob es euch da anders ergangen ist, Bookdragons, aber für mich hat sie sich einfach nie durchgesetzt. Dafür gibt es ziemlich viele gute Gründe. Auch wenn einer davon etwas voreingenommen ist: Ianthe macht sich an meinen Mann Lucien ran.

Seid ehrlich, ihr habt euch schon gefragt, wann ich ihn erwähnen werde, oder?

Ich meine, war doch klar, dass das passieren wird. Wie könnte ich diesen sehr attraktiven, feurigen, rothaarigen Mann, der trauriger weise fiktiv ist und daher nichts von meiner Existenz weiß, auch nicht erwähnen?… Manchmal ist es wirklich nicht leicht fiktionale Crushes zu haben. Aber wem sag ich das? Ihr, meine lieben Bookdragons, versteht meinen Schmerz.

An einem Punkt während der Hochzeitsvorbereitungen, fragt Feyre Tamlin was ihr Titel nach der Hochzeit sein wird, und ob sie dann eine High Lady ist. Aber er sagt ihr einfach platt, dass es sowas wie eine High Lady nicht gibt. Oder in anderen Worten: Tamlin hat die hohe Kunst, mit schönen Worten zu umgarnen und das Blaue vom Himmel zu versprechen, immer noch nicht gemeistert. Schande.

Ich werde jetzt nicht in die Details der Planung und allem, was bis zur Hochzeit passiert eingehen. Es  geht im Prinzip wirklich nur um die Planung und darum, uns zu zeigen, wie tief Feyres Trauma sitzt. Zusätzlich wird hervorgehoben, dass Tamlin anscheinend all seinen Charme unter dem Berg gelassen hat und nur mit seinen toxischsten Eigenschaften zurückgekehrt ist.

Und auch wenn es mein Herz schmerzt, muss ich folgendes sagen: Selbst Lucien verliert (zumindest in meinen Augen) Karma-Punkte, da er Tamlins Verhalten entschuldigt und sich nicht gegen ihn stellt. Mann. Das hat weh getan, zu schreiben. Aber anscheinend sind selbst fiktionale Crushes nicht ganz makellos.

Also – lasst uns direkt zum interessanten Teil kommen: Der Hochzeit.

Ich denke, dass man bedenkenlos sagen kann, dass viele Dinge darauf hingewiesen haben, dass die Hochzeit nicht ganz glatt verlaufen wird. Zum einen hat niemand – außer Ianthe – sich wirklich gefreut die Hochzeit zu planen. Und mit niemand meine ich Feyre und Tamlin. Die zwei Leute die eigentlich das größte Interesse daran haben sollten, den perfekten Tag zu planen. Das nächste schlechte Omen? Feyres Hochzeitskleid. Es passt überhaupt nicht zu Feyre und sieht so grässlich aus, dass Tamlin sogar laut gelacht hat, als er es zum ersten Mal gesehen hat (was übrigens vor der Hochzeit war). Und ich finde, es sagt auch viel aus, dass Ianthe das Kleid ausgesucht hat und Feyre kein Mitspracherecht hatte. Fühlt sich komisch an.

Zur Hochzeit selbst: Außer Lucien und Alis, sind keine Freunde oder Familienmitglieder von Feyre anwesend. Ich meine, soweit wir wissen, sind das auch ihre einzigen Freunde, aber dass Tamlin nicht mal heimlich ihre Familie eingeladen hat, fühlt sich einfach nur traurig an. Während Feyre zum Altar schreitet, stellt sich außerdem die Frage nach den Blumen. Feyre hat spezifisch gesagt, dass es ihr egal ist, welche Farbe sie haben, solange es nicht rot ist. Sie spezifiziert zwar nie wieso, aber ich denke es ist kein Hexenwerk eins und eins zusammenzuzählen und darauf zu kommen, dass es sie zu sehr an das vergossene Blut unter dem Berg erinnert. Hier finden wir also heraus, dass Ianthe kein Girls Girl ist, und sich mehr um ihre eigenen Interessen schert. Denn natürlich sind die Blumen rot.

All das, kombiniert mit den Menschen die sie beobachten, sorgt bei Feyre für eine Panikattacke. Es erinnert sie einfach zu sehr an die Aufmerksamkeit, die sie während ihrer Aufgaben unter dem Berg bekommen hat. Sie bekommt Panik. In ihrem Kopf fleht sie sogar darum, dass sie jemand retten soll. Sie hört sogar auf zum Altar zu gehen. Und entweder ist Tamlin sehr schlecht darin Menschen zu lesen, oder er beschließt einfach weiterhin so zu tun, als wäre alles in Ordnung. So oder so, geht er nicht zu ihr, um ihr zu helfen. Obwohl ich mir ziemlich sicher bin, dass man die Panik in ihrem Gesicht gesehen haben muss. Und nein – Lucien hilft auch nicht. In diesem Fall kann ich das aber entschuldigen, da das eindeutig etwas ist, worum sich Tamlin kümmern sollte.

Aber macht euch keine Sorge, meine lieben Bookdragons. Feyres leiser Schrei nach Hilfe bleibt nicht ungehört. Plötzlich donnert es hinter ihr – und dann erscheint er. Der schönste Mann, den Feyre je gesehen hat. Der Mann, der ihr unter dem Berg geholfen hat. Der High Lord des Hofes der Nacht. Rhysand. Und verdammt, was für ein Auftritt! Ich meine „Hallo, meine liebste Feyre“. Wir alle kennen dieses Zitat. Die Gelassenheit, die Selbstsicherheit, mit der er das sagt – während er eine Hochzeit unterbricht. Oder vielleicht, gerade weil er die Hochzeit unterbricht. Einfach legendär.  

Wenig überraschend sind Tamlin und Co. über diese Unterbrechung nicht sehr erfreut. Und abgesehen davon, dass sie in ihren Kommentaren ein wenig bissig sind, macht keiner etwas, als Rhys seine Abmachung mit Feyre einfordert: Eine Woche mit ihm, am Hof der Nacht. Also nimmt Rhys sie und sie verschwinden.

Feyre ist sehr überrascht, als sie sieht, dass der Ort, an den er sie gebracht hat, nicht aussieht wie unter dem Berg. Stattdessen ist sie in einem wunderschönen Haus auf einem Berg, mit atemberaubender Aussicht. Das Haus der Winde. Aber ihre Wut ist in diesem Moment zu groß, um die Aussicht zu genießen. Stattdessen beginnt sie Rhys anzuschreien und wir kommen zu der legendären Schuh-Szene. Ich glaube, diese Szene wird es nie schaffen, das ich bei ihr nicht lächle. Allein der Gedanke wie sie da in ihrem hässlichen Kleid steht und den Schuh nach Rhys wirft. Einfach fantastisch. Seht ihr Bookdragons, deshalb liebe ich Sarah J. Maas so sehr. Sie schafft es die Spannung so aufzulockern, dass trotzdem die Geschichte nicht untergeht.

Die Gemüter beruhigen sich nach einer Weile wieder. Rhys und Feyre verbringen ihre Zeit zusammen alleine im Haus des Windes. Obwohl wir kurz Mor kennenlernen. Rhys Cousine und sein zweiter Offizier. Und vielleicht waren einige von uns Lesenden genau so überrascht wie Feyre, dass Rhysand eigentlich ziemlich nett ist. Er schafft es, dass Feyre wieder anfängt zu essen und nutzt die gemeinsame Zeit um ihr lesen und schreiben beizubringen. Was eine weitere lustige Szene ist.

Und wenn wir schon beim Thema Rhys sind, würde ich gerne kurz die Zeit nehmen, um eine Petition zu starten. Mir ist bewusst, dass diese Welt und die Charaktere nicht existieren. Aber wenn sie es tun würden, fänd ich es super, wenn wir alle zusammenschmeißen und Rhys ein Abo für Fusselrollen schenken würden. Er könnte es echt gebrauchen. Ich bin tatsächlich ziemlich überrascht, dass da in Prythian noch keiner draufgekommen ist oder sie erfunden hat.

Naja. Zurück zur Geschichte. Die Zeit im Hof der Nacht wird nicht nur zum Essen und Lernen genutzt. Rhys bringt Feyre auch bei wie man seinen Geist vor Daemati, wie er es ist, schützen kann. Er erzählt ihr auch, dass er glaubt, dass Hybern die Instabilität von Prythian nutzen und einmarschieren will. Er gibt ihr zwar keine genauen Pläne und Erklärungen, da er ihr nicht voll vertrauen kann, aber ich fand es trotzdem super, wie er sie teilhaben hat lassen. Bis hierhin scheint Rhys der einzige Charakter zu sein, der Feyre nicht klein hält oder Ausreden findet, um ihr Informationen zu verweigern. Ein weiterer Hinweis, dass Rhys vielleicht nicht das Arschloch ist, für das die Welt ihn hält.

Doch die Woche vergeht und Rhys muss Feyre zurück zum Frühlingshof bringen. Er ist jedoch schlau genug sie vor dem Haus abzusetzen und sich ganz schnell wieder davonzumachen. Sehr schlau. Wenn wir Tamlins Aggressionsbewältigungsprobleme bedenken. Und ich überreagiere hier nicht. Denn Feyre lernt ziemlich schnell, dass Tamlin in ihrer Abwesenheit das Arbeitszimmer zerstört hat. Er gibt sogar zu, in seiner Wut das halbe Haus kaputt gemacht zu haben. Was nochmal stark verdeutlicht, dass dieser Mann dringend Therapie benötigt.

Was zudem bei mir einen üblen Geschmack hinterlassen hat, war seine Reaktion, dass Feyre zurück ist. Ja, zuerst hat er sich gefreut und sie erst Mal umarmt, bla, bla, bla. Aber dann, Minuten später, befragt er sie, als wäre sie eine Art Gefangene. Er will alles über den Hof der Nacht lernen, um es potenziell gegen sie zu verwenden. Und wenn Feyre fragt, ob sie da nicht später drüber sprechen können, verweigert er ihr diesen Wunsch, mit der Begründung, dass ihre Erinnerungen jetzt noch frisch sind. Nicht sehr romantisch, wenn ihr mich fragt…

Mit Feyre zurück im Frühlingshof sind die Dinge schnell wieder wie gewohnt. Und nein, ich meine nicht, wie in Buch eins. Ich meine das Feyre außenvor gelassen und ihr verboten wird bestimmte Dinge zu tun. Tamlins Verhalten hat sich sogar verschlechtert und er ist noch kontrollsüchtiger als zuvor. Und ja- das ist offensichtlich nicht gut. Es ist daher auch nicht überraschend, dass sich Feyres mentaler Zustand verschlechtert.

Und dann kommt der Zehnte. Ein jährliches Event bei dem die Bewohner des Frühlingshofes Tamlin, abhängig von ihrem Einkommen, Geschenke machen, im Austausch für seinen Schutz. Oder in moderner Sprache: Steuern. Feyre sieht der Zehnte skeptisch entgegen und ihr Gefühl scheint sich zu bewahrheiten. Während der Zehnte erklärt, ein Wassergeist Tamlin, dass sie nicht zahlen kann, da es in ihrem See keine Fische mehr gibt, und bittet Tamlin eine Ausnahme zu machen. Dieser interessiert sich jedoch nicht für ihre Probleme und sagt ihr schroff, dass sie drei Tage Zeit hat die Schuld zu begleichen oder sonst mit den Konsequenzen leben muss (er wird sie jagen). Feyre ist, völlig zurecht, von diesem Verhalten schockiert. Da sie weiß, wie es ist zu hungern und arm zu sein, sagt sie Tamlin, dass sie auf die Geschenke verzichten können, da sie sowieso genug haben. Aber Tamlin weigert sich einzulenken.

Daher folgt Feyre nach der Zeremonie dem Wassergeist und gibt ihr ihren Schmuck, damit sie den Zehnten bezahlen kann. Ich habe das Gefühl es ist unnötig das zu erwähnen, aber Tamlin ist kein Fan dieser Strategie. Seine Wutprobleme steigen wieder auf und er und Feyre geraten in einen großen Streit. Er ist sauer, dass sie seine Autorität untergraben hat, und will sich Feyres Argumente nicht anhören.

Ich will ehrlich mit euch sein, Bookdragons: Wenn ihr ihn zu diesem Zeitpunkt noch verteidigt habt und noch immer voll für die Beziehung zwischen den beiden wart, habe ich nur eine Frage: Wieso? Das alles ist so toxisch. Und ich kann es nicht mehr hören, dass man das mit seinem Trauma entschuldigen will. Sind wir ehrlich: Fast alle Leute in Prythian haben Trauma und die meisten benehmen sich nicht wie ein Kleinkind dem man das Spielzeug weggenommen hat. Ich kann voll und ganz verstehen, dass Feyre die Beziehung nicht aufgibt und nach Ausreden für sein Verhalten sucht. Auch wenn es traurig ist, ist es leider häufig so, dass Menschen in toxischen oder misshandelnden Beziehungen Ausreden für ihre*n Partner*in suchen. Das verstehe ich also. Aber als Lesende Person, die von außen und mit Abstand auf die Situation blickt, ist es mir ein Rätsel, wie man das entschuldbar finden kann. Aber wie immer, bin ich offen für Diskurs. Also, wenn ihr an dieser Stelle noch immer Team Tamlin seid, erklärt doch gerne eure Begründung mal in den Kommentaren.

Einige Zeit nach dem Streit, versucht Tamlin die Wogen zu glätten und schenkt Feyre einige Farben. Und genau das ist das Problem. Zum Einen: Feyre malt nicht mehr. Was mal wieder beweist, dass Tamlin seiner Verlobten nicht zuhört. Das andere Problem: Eine der Farben ist ein grelles rot. Die einzige Farbe, die Feyre nicht mehr sehen kann. Die beiden kommen ins Gespräch und Feyre sagt ihm, dass er sie erstickt. Doch er scheint sie nicht zu ernst zu nehmen. Und im nächsten Moment explodiert sie und erzeugt eine magische schützende Blase, so dass Tamlin sie nicht mehr berühren kann. Es stellt sich heraus, dass die High Lords ihr nicht nur ein neues Leben sondern auch ein Teil ihrer Kräfte geschenkt haben.

In den nächsten Tagen hört Tamlin nicht mehr auf sich zu entschuldigen und versucht auch die Zügel wieder lockerer zu lassen. Doch Feyre geht es trotzdem immer schlechter. Und schon holt Rhysand sie wieder ab. Er ist schockiert zu sehen, wie dünn Feyre geworden ist, und dass der Kampf in ihr anscheinend verloren geht. Während ihrer Zeit im Hof der Nacht gibt er ihr viel Raum und lässt sie größtenteils alleine, bevor er sie wieder zurück zum Frühlingshof bringt.

Zurück im Frühlingshof übermannt Tamlin endgültig die Kontrollsucht. Feyre wird nicht mehr aus den Augen gelassen und kann sich kaum noch Bewegen, ohne dass ihr ein Schatten folgt. Ihre Emotionen kochen auf und Lucien – aufmerksam wie er ist – sieht, dass sie Probleme hat ihre neuen Kräfte zu kontrollieren. Sie sagt ihm, dass sie gerne lernen würde sie zu nutzen und er verspricht ihr mit Tamlin darüber zu sprechen. Seht ihr. Es gibt Männer die zuhören (aber ich wusste ja schon, dass Lucien toll ist). Was jedoch ziemlich scheiße ist, ist dass Feyre von der Diskussion über ihr Training ausgeschlossen wird und Tamlin stattdessen Ianthe dazu holt. Und obwohl Lucien voll auf Feyres Seite ist, schafft er es nicht Tamlin zu überzeugen, ihr das Training zu erlauben.

Am nächsten Tag bereiten sich Tamlin und Lucien vor zur Grenze zu gehen um die Aktivitäten von Hybern zu überprüfen. Und hier kommt es zur kompletten Eskalation. Feyre flieht Tamlin erneut an sie mitkommen zu lassen. Er verbietet es ihr, und als sie trotzdem versucht das Haus zu verlassen, läuft sie gegen eine unsichtbare Wand. Tamlin hat sie eingesperrt. Wirklich eingesperrt. Und nein, das ist nicht mehr überfürsorglich, das ist Missbrauch. Da gibt es nichts schönzureden. Er dreht sich einfach um und geht. Selbst als Feyre ihm hinterherschreit, die Panik in ihrer Stimme klar herauszuhören. Lucien bleibt noch einen Moment und erklärt ihr, dass Tamlins Schutzschild nur Feyre darin hindert das Haus zu verlassen, sonst niemanden, und dass sie nichts tun kann, bis Tamlin den Zauber aufhebt.

Ja, ich bin dankbar, dass er sich die Zeit genommen hat, ihr das zu erklären.  Aber ich bin stinksauer auf meinen Mann, weil er nicht endlich die Initiative ergreift, Tamlin sagt, dass er den Verstand verloren hat, und verlangt, dass er Feyre sofort freilässt. Er hätte so viel mehr machen können, und ich habe kein Problem damit das deutlich auszusprechen.

Als die beiden weg sind bekommt Feyre eine Panikattacke und ihre Kräfte übermannen sie. Sie erzeugt ein Schutzschild aus Feuer, Eis, Wind und Dunkelheit, dass niemanden hindurchlässt. Sie schmilz auch ihren Verlobungsring. Wir wissen nicht wie lange Feyre so in der Eingangshalle sitzt, doch dann packen sie vorsichtig ein paar schlanke Hände und heben sie hoch. Mor ist gekommen um sie vom Frühlingshof wegzubringen. Sie sagt ihr immer und immer wieder, dass sie nun frei ist und teleportiert sie hinweg. Rhys wartet schon auf sie. Und er ist außer sich. Er schafft es mit Magie Feyre zum Schlafen zu bringen und dann befreit er sie endlich aus dem Gefängnis des Frühlingshofes.

Als Feyre aufwacht, sieht sie das Rhys in ihrem Zimmer sitzt und sie beobachtet. Er erklärt ihr, wie sie es geschafft haben sie aus dem Frühlingshof zu holen, ohne irgendwelche Regeln zu brechen. Er bietet ihr zudem an im Hof der Nacht zu bleiben, so lange sie will – sogar für immer, wenn das ihr Wunsch ist. Damit gibt er ihr die Entscheidungsmacht und auch einen Teil ihrer Autonomie zurück. Als er ihr erzählt, dass er gehen muss, bittet sie ihn mitzukommen und er stimmt zu. Und an dieser Stelle, meine lieben Bookdragons, betreten wir Velaris – die Stadt des Sternenlichts. Auch bekannt als der Ort, für den die meisten von uns alles geben würden, um dort zu leben.

Rhys bringt sie in sein Stadthaus, was die erste Überraschung für Feyre ist. Rhys könnte in einer Villa wohnen, aber wählt stattdessen ein Haus in der Stadt, um seinem Volk nahe zu sein. Schon wieder ein Hinweis darauf, dass Rhys anders ist, als ihn der Rest von Prythian wahrnimmt. Er gibt ihr zudem eine Tour durch die Stadt und Feyre ist überwältigt von ihrer Schönheit und wie die Menschen in Velaris zu Rhys heraufschauen. Sie kann jedoch nicht fassen, wie Velaris so unberührt ist, wenn ein Großteil des Frühlingshofes zerstört wurde. Rhys erklärt ihr, wie er mit seiner letzten Kraft ein Schutzschild um die Stadt gelegt hat, um sie vor Amarantha zu schützen. So konnte er die Stadt und sein Volk vor Amarantha retten und hat gleichzeitig selbst ein großes Opfer erbracht.

Am Abend kommt es dann zu einem weiteren großen Part des Buches: Feyre lernt den inneren Kreis kennen. Und ich glaube ich spreche für viele von uns wenn ich sage, dass wir ein bisschen eifersüchtig sind, dass wir nicht auch Freunde (oder mehr *zwinker*) mit dieser tollen Gruppe Menschen sein können. Sie sind aus Feyres Sicht jedoch alles andere als das, was sie sich vorgestellt hat. Und die Art und Weise wie sie miteinander reden – auf Augenhöhe – unterscheidet sich komplett von dem, was sie am Frühlingshof kennengelernt hat. Weshalb sie sich unerwartet sehr wohl mit ihnen fühlt. Während des Essens stimmt Feyre zu, für Rhys zu arbeiten und ihm zu helfen einen Krieg mit Hybern zu verhindern.

Ihre erste Aufgabe ist es zu einem Ort unter dem Namen das Gefängnis zu gehen und mit dem Knochenschnitzer zu sprechen. Es gibt nur ein Problem: das Gefängnis ist unterirdisch. Und durch Feyres PTBS sorgt der Gedanke daran, wieder an einen dunklen, beengenden Ort zu gehen, dafür dass sie vor Angst paralysiert.  Daher geht der erste Versuch schief. Doch Amren (die selbst aus dem Gefängnis ausgebrochen ist) besucht Feyre und leiht ihr ein angeblich magisches Amulett, das sie beschützen wird. Und so bringt Feyre doch noch ihren Mut auf und schafft es mit Rhys dorthin zu gehen.

Der Knochenschnitzer ist eine mysteriöse alte Gestalt, die für jeden anders aussieht. Für Feyre sieht er aus wie ein kleiner Junge. Und sind wir ehrlich, das macht ihn echt creepy. Er handelt mit Geheimnissen und Wahrheiten. Und zusammen schaffen Rhys und Feyre es, dass er ihnen offenbart, dass Hybern den Kessel besitzt und sie, um ihn unschädlich zu machen, das Buch des Atmens benötigen, welches im Sommerhof versteckt ist.

Mit diesem Wissen beginnen Rhys und sein innerer Kreis die nächsten Schritte zu planen: Wie sie an das Buch kommen und wie sie einen drohenden Krieg verhindern können. Und die ganze Zeit beziehen sie Feyre ein. Rhys gibt ihr auch eine weitere Aufgabe. Um herauszufinden, ob Feyre es (dank ihrer neuen Kräfte) schafft, magische Objekte aufzuspüren, schickt er sie zur Weberin, um den Ring seiner Mutter von ihr zurückzuholen. Die Weberin ist eine sehr gruselige, unsterbliche Gestalt, die mir definitiv „The Ring“-Vibes gibt. Zufall? Ich glaube nicht. Aber das ist hier gerade nicht der Punkt.

Side Story: Während meiner Vorbereitungen für diese Review habe ich mir das Hörbuch von Graphic Audio angehört. Und dieses Kapitel wurde während meines Frühstücks abgespielt. Kann ich persönlich nicht empfehlen. Der Weberin zuzuhören, wie sie ihr gruseliges Mörderlied singt, während das menschliche Fett im Kamin und das Dach aus Menschenhaaren und sonst noch was beschrieben wird, war definitiv nichts, was ich unbedingt brauchte, während ich mein Müsli gegessen hab. Aber vielleicht bin ich auch nur ein kleiner Angsthase und ihr Bookdragons da draußen, seid deutlich tougher als ich. Was durchaus möglich ist.

Naja. Während Rhys draußen im Wald wartet und absolut nichts tut, schafft es Feyre tatsächlich den Ring zu stehlen. Wenn auch nicht ohne Kampf. Und als ihr endlich die Flucht gelungen ist, erklärt Rhys ihr, dass er der Weberin den Ring gegeben hat, damit er ihn nicht verschwendet. Etwas, das zu diesem Zeitpunkt vielleicht wütend macht, später aber noch wichtig wird.

Um den Krieg mit Hybern zu verhindern, plant der innere Kreis die sterblichen Königinnen zu warnen und sie um eine Allianz zu bitten. Um dies zu machen, wollen sie sich auf neutralem Boden treffen. Also beschließen sie Feyres Schwestern zu fragen, das Treffen bei sich zu Hause auszurichten.

Während des Treffens, lernen Feyres Schwestern, dass sie nun Fae ist. Anscheinend hat Feyre nie die Zeit gefunden, ihnen zumindest einen kurzen Brief zukommen zu lassen, um ihnen zu sagen, dass sie immer noch lebt und jetzt spitze Ohren hat.  Erklärt vielleicht auch, warum sie nicht zur Hochzeit eingeladen waren.

So oder so. Nesta ist kein großer Fan von der Idee das Treffen mit den Königinnen auszurichten. Sie fällt auch wieder in ihre wunderbaren alten Verhaltensmuster zurück. Aka super nervig und unnötig negativ und sarkastisch sein. Manche Dinge ändern sich wohl nie. Auch wenn Buch eins den Eindruck von Charakterwachstum gegeben hat, als sie Feyre geholfen hat zu Tamlin zurückzukehren.

Elain (die übrigens mittlerweile mit einem Typen verlobt ist, der die Fae aus voller Leidenschaft verachtet) versucht die Stimme der Vernunft zu sein und unterstützt Rhys und Feyre. Irgendwie schaffen sie es dann auch Nestas Erlaubnis zu bekommen. Sie bleiben die Nacht und beginnen am nächsten Tag mit Vorbereitungen. Während Cassian und Az im Haus zurückbleiben, hilft Rhys Feyre beim Training mit ihren neuen Kräften. Naja, eigentlich setzt er sie ab und sie übt dann alleine.

Die Trainingssession wird jedoch unterbrochen. Der Attor taucht auf. Völlig aus dem Nichts. Und er versucht Feyre zu entführen. Doch sein Vorhaben scheitert. Rhys und Azriel schreiten ein und nehmen ihn gefangen. Es stellt sich heraus, dass sie wussten, dass der Attor Feyre jagt und sie haben sie bewusst als Köder benutzt. Feyre ist darüber – verständlicherweise – nicht so glücklich. Und nicht mal per se, weil sie als Köder benutzt wurde, sondern weil sie nicht eingeweiht in den Plan war.

Und da muss ich sagen: Sie hat vollkommen recht. Bedenkt man ihre kürzliche Geschichte mit Tampon (ja – diesmal meine ich es so. Es ist kein Tippfehler), hätte Rhys es besser wissen müssen. Ich finde also ihr Wutausbruch war angebracht.

Mit der Gefangennahme des Attor endet auch der Familienbesuch. Zurück in Velaris geht der innere Kreis (inklusive Feyre) gemeinsam aus. Ich werde jetzt nicht ins Detail gehen, aber es war ein schöner Abend und Feyre konnte anfangen sich etwas zu lockern.

Die nächsten Kapitel können auch ein wenig zusammengefasst werden. Feyre beginnt mehr und mehr sich wieder wie sie selbst zu fühlen. Sie und Rhys kommen sich näher. Sie fangen an sich – wie ich es nenne – magische DMs zu schicken und manchmal sogar schon fast zu sexten. Läuft bei dir, Feyre. Ich unterstütze das. Selbst wenn es dabei nur darum geht über Blondie hinwegzukommen. Feyre schreibt zudem auch einen Brief an Tamlin, in dem sie ihm erklärt, dass es ihr gut geht und ihn bittet ihr nicht zu folgen und ihr einfach ihren Frieden zu lassen.

Kleiner Nebengedanke: Wenn du ein Mann auf einer Dating-Plattform bist, bitte nimm dir ein Beispiel an diesem Verhalten. Wenn eine Frau, mit starkem Trauma es schafft ihrem toxischen Ex einen Abschiedsbrief zu schreiben, wirst du es wohl auch schaffen der Person, die du getroffen hast, zu sagen, dass es nicht vibet, anstatt sie einfach zu ghosten. Vielen dank!

Doch zurück zur Geschichte. Indem Feyre das Kapitel Tamlin offiziell abschließt, findet sie neue Kraft. Wortwörtlich. Sie nimmt Cassians Angebot an, mit ihm zu trainieren und die beiden formen schnell eine fantastische Freundschaft. Und auch hier bin ich wieder eifersüchtig. Ich wäre auch gerne Besties mit Cassian. Ich hätte auch nichts gegen Freunde mit gewissen Vorzügen, aber das ist ne andere Geschichte. Sorry Lucien.

Während einer dieser Trainingssessions schafft es Cassion auch einen emotionalen Durchbruch bei Feyre zu erreichen. Ein weiterer Grund, warum ich ihn so sehr mag, Er wusste genau, dass sie auch emotionalen Ballast hat, und hat genau den richtigen Weg gefunden, um zu ihr durchzudringen. Und selbst als Feyre weint und sie wortwörtlich die Trainingshandschuhe verbrennt, bewegt er sich keinen Millimeter und lässt sie ihren Frust abbauen. Damn. Diese Bücher haben meine Ansprüche an Männer deutlich angehoben…

Aber wir dürfen natürlich nicht vergessen, dass es in diesem Buch nicht nur um Feyres emotionale Reise geht. Es geht auch darum einen Krieg zu verhindern. Der innere Kreis schafft es ein Treffen mit dem Sommerhof zu planen, bei dem sie das Buch des Atmens klauen wollen. Ihr erinnert euch? Das Buch, das sie brauchen, um den Kessel nutzlos zu machen.

Und so lernen wir auch einen neuen Hof kennen. Und es gib auf jeden Fall Urlaubs-Vibes. Tarquin – High Lord des Sommerhofs – beweist sich als Charmeur. Sogar so sehr, dass Rhys eifersüchtig wird. Was vielleicht der erste Moment ist, indem wir seine selbstbewusste Fassade etwas bröckeln sehen. Das wiederum führt uns zu einem wunderschönen Gespräch zwischen ihm und Feyre indem es darum geht, sich nicht gut genug und als würdig für Liebe zu sehen. In diesem Gespräch kommt es zu einem unserer liebsten Zitate. Fühlt euch frei, es mit mir auszusprechen: „Auf die Sterne, die zuhören – und auf die Träume, die wahr werden“. Wunderschön.

Doch zurück zur Mission: Amren und Feyre schaffen es, das Buch des Atmens zu stehlen, wenn auch nur sehr knapp. Unauffällig waren sie dabei leider auch nicht. Deshalb sendet Tarquin – der alles andere als erfreut über den Diebstahl ist – Rhys, Amren und Feyre Blutrubine, die sie offiziell als Feinde des Sommerhofs kennzeichnen. Ist schon scheiße. Ich mochte Tarquin, aber gut, wäre ich in seinen Schuhen, wäre ich auch ziemlich pissed.

Zurück in Velaris bekommen wir einen tieferen Einblick, wer Rhys wirklich ist. Eines Nachts wacht Feyre auf, weil Rhys einen schrecklichen Albtraum über seine Zeit unter dem Berg hat. Sie schafft es ihn zu beruhigen und ihre Freundschaft – oder was auch immer das zu diesem Zeitpunkt zwischen den beiden ist – vertieft sich.

Das Buch fährt fort mit einer Reihe von Trainingssessions und Vorbereitungen für das Treffen mit den sterblichen Königinnen. Und als dieses Treffen endlich stattfindet, verläuft es schlecht. Die Königinnen verweigern ihre Hilfe oder jeglichen Schutz für ihre eigenen Leute, sollte Hybern angreifen. Ein Fakt der Nesta zum Überkochen bringt. Und zum ersten Mal in der Buchreihe, bin ich auf Nestas Seite und verstehe ihre Wut. Am Ende verlangen die Königinnen einen Beweis, dass sie Rhys und seinem Hof vertrauen können, um ihren Standpunkt noch einmal zu überdenken.

Um die Wahrheit sichtbar zu machen beschließt Rhys den Veritas vom Hof der Albträume zu holen und ihnen Velaris zu zeigen. Etwas, was keiner im inneren Kreis gut findet. Auf dem Weg zum Hof der Albträume haben Rhys und Feyre eine interessante Konversation über Flügelspannweite und was sie über andere männliche Körperteile aussagt. Ein Knochen, den wir als Gemeinschaft dankbar von Sarah angenommen haben und über den wir nun ständig reden. Danke dafür.

Auch die Kapitel, die am Hof ​​der Albträume spielen, zerlegen weiter Feyres Bild von Rhys. Wir erleben, wie sorgfältig er die Balance zwischen Macht, Inszenierung und Schutz wahrt. Wir lernen aber auch schnell das Keir – Mors Vater – ein absolutes Arschloch ist. Eine Sache, die ich in diesem Kapitel sehr geschätzt habe, ist das Rhys Feyre sofort versichert, dass ihre physischen Reaktionen während der Szene auf dem Thron normal sind, und sie nichts sind wofür sie sich schämen müsste. Insbesondere in Hinblick auf Rhys eigene Geschichte mit Missbrauch, fühlte sich das nach einem kleinen, aber bedeutenden Moment der Fürsorge an.

Doch der Friede hält nicht für immer. Feyre und Rhys geraten in einen Streit, als Feyre ein paar Sachen anspricht, die bei Rhys einen empfindlichen Punkt treffen. Daraufhin ignoriert er sie. Was sich sehr…männlich anfühlt. Feyre versucht über magische DM die Wogen wieder zu glätten, doch anscheinend gibt es selbst in magischer Kommunikation Server-Probleme, denn die Nachricht kann nicht zugestellt werden.

Dann kommt die Nacht der fallenden Sterne. Eines der schönsten und wichtigsten Feste des Hofs der Nacht. Und auch die Nacht, in der Rhys sich endlich bei Feyre entschuldigt. Sie ist auf dem Balkon und die beiden haben einen Moment allein. Als die Sterne beginnen zu fallen, und einer Feyre trifft macht sie etwas Wundervolles: sie lacht. Zum ersten Mal, seit sie Tamlin verlassen hat. Rhys ist davon so überrascht, dass er sie nur verblüfft anstarrt. Als dann ein weiterer Stern Rhys trifft, geht Feyre sogar noch einen Schritt weiter. Sie malt. Etwas, dass sie seit ihrer Zeit unter dem Berg nicht mehr fertiggebracht hat. Und als sie Rhys anlächelt, bittet er sie einfach nur das noch einmal zu tun. Und dann tanzen die beiden den Rest des Abends. Mein Herz. Das ist so schön.

Nun, da Feyre und Rhys endlich wieder miteinander sprechen, lernt sie auch über seine grauenvolle Vergangenheit mit Tamlin und seiner Familie. Sie arbeiten außerdem daran, ihre magischen Kräfte zu trainieren, worin sie täglich besser wird. Doch während einer dieser Trainingssessions im Wald, haben sie plötzlich Besuch.

Lucien und einige andere Mitglieder des Frühlingshofes sind gekommen um sie zu „befreien“ und zurück nach Hause zu bringen. Doch Feyre will nicht mitkommen. Sie sagt ihnen klar nein und lässt sich sogar illyrianische Flügel wachsen, um Lucien zu zeigen auf welcher Seite sie steht. Iconic. Mein Mann kommt damit leider nicht ganz so gut zurecht. Zu sagen er wäre schockiert, wäre untertrieben. Und auch wenn ich persönlich enttäuscht bin, dass seine Seiten-Zeit so schnell endet, verschwindet er wieder.

Nun, meine lieben Bookdragons, kommen wir zu einem Trope, auf das wir alle gewartet haben. Ich präsentiere : „There’s just one bed“. Oh ja. Und verdammt, ich war mehr als bereit, dass Feyre und Rhys endlich diesen Moment zusammen haben. Und ja – wir alle konnten physisch den Schmerz von Rhys fühlen, als Feyre ihm gesagt hat, dass sie nur nach einer Ablenkung sucht. Aber das beiseite, hat das Kapitel abgeliefert! Ohne Frage. Und übrigens: Rhys ist verdammt gut im dirty Talk. Die perfekte Balance, wenn ihr mich fragt. Ich wünschte so sehr, ich könnte mit Feyre tauschen. (Ja, ich schmachte in diesem Buch etliche Leute an. Komm damit klar. Und seid ehrlich: euch geht’s doch auch so).

Zurück auf dem Weg zum illyrianischen Lager – und offensichtlich die Ereignisse der letzten Nacht ignorierend – werden Rhys und Feyre von Soldaten aus Hybern angegriffen. Sie fallen vom Himmel und werden voneinander getrennt. Feyre schafft es zu fliehen, doch Rhys hat nicht so viel Glück. Aber das ist nicht der Zeitpunkt, um Feyre zu provozieren. Our girl is PISSED. Sie schaltet die Soldaten aus und rettet Rhys. Er ist jedoch ziemlich schwer verletzt. So schwer, dass er nicht teleportieren oder sonst irgendwas tun kann. Also muss Feyre einen Weg finden, ihn zu heilen. Und da sie – wie die meisten von uns – keine Ahnung hat, wie sie das tun soll, greift sie auf alte Gewohnheiten zurück und fängt den Suriel ein.

Und ich war sowas von an Bord, für diese Szene. Unser Bester verschwendet keine Sekunde und spilled direkt den Tea: Rhys ist Feyres Seelengefährte. Schockierend? Nein. Leben wir trotzdem für die Offenbarung? Hell yes. Feyre ist darüber jedoch nicht so erfreut. Insbesondere da Rhys schon eine Weile davon wusste und ihr nichts gesagt hat. Trotzdem rettet sie ihn, bevor sie ihm die Wahrheit offenbart – und ihn dann Mitten im Heerlager, im Schnee, vor Cassian und Mor abwirft, bevor sie verlangt, dass Mor sie wegbringt.

Mor ist zum Glück ein Girls Girl und hört auf Feyre. Sie bringt sie zu einer Hütte in den Bergen, wo sie alleine sein kann. Sie verspricht außerdem Rhys nicht zu sagen wo Feyre ist. Feyre hat nun endlich Zeit zum Nachdenken und um ein bisschen Kunsttherapie zu machen. Kein Scherz. Sie beginnt das Haus anzumalen. Etwas, dass im Fandom sehr kontrovers betrachtet wird. Ich bin zwar persönlich der Überzeugung, dass Feyre tatsächlich malen kann, aber trotzdem kann ich verstehen, dass sich das für einige von euch Bookdragons übergriffig anfühlt. Ich versuche immer mir zu sagen, dass der innere Kreis – wenn er die Bilder hässlich finden würde – sie immer noch auf magische Art und Weise verschwinden lassen könnte. Aber ja, ich verstehe, was ihr meint.

Selbstverständlich findet Rhys sie trotzdem und die beiden können sich endlich aussprechen. Ich werde hier jetzt nicht ins Detail gehen, da das zu viel Platz einnehmen würde. Aber ich liebe es, wie wir endlich lernen, wer Rhys wirklich ist. Seine Vergangenheit, seine Verletzlichkeit, seine Unsicherheiten und seine Liebe zu Feyre. Sehr schön ausgeführt, Sarah.

Und damit gehen wir zum legendären Kapitel 55. Muss ich mehr sagen? Ich bin mir sicher, dass ich nicht ins Detail gehen muss. Ihr habt bestimmt eine gute Vorstellung, von dem was passiert. Und ja, ich bin eifersüchtig. Feyre lebt den Traum. Das ist die einzige Art von man-handling die ich dankbar akzeptiere. Vielen Dank! Und jetzt tut nicht so, als würde es euch bei diesem Kapitel nicht auch so gehen. Uns ist doch allen heiß geworden. Dafür muss man sich nicht schämen. Besonders nicht hier. Das hier ist immer ein safe Place.

Da die beiden nun endlich miteinander geschlafen haben, tritt auch die Seelenverbindung richtig ein. Was wiederum dazu führt dass Rhys, in Gegenwart von anderen Männern – nett gesagt – etwas angespannt ist. Also nimmt Cassian ein bisschen die Spannung raus und die beiden prügeln sich. Etwas das ein anderer, sehr beliebter Sarah J. Maas Charakter als „territorialer Fae-Bastard“ beschreiben würde.

Leider geht es in diesem Buch jedoch nicht nur um Liebe und wir müssen irgendwann auch wieder zurück zum Plot kommen. Genauer gesagt zum nächsten Treffen mit den sterblichen Königinnen. Rhys nutzt den Veritas um ihnen Velaris zu zeigen. Leider ändert das jedoch nichts. Sie beweisen weiterhin, dass sie in Machtpositionen völlig fehl am Platz sind. Bringt die Demokratie zurück, Leute! Um es also zusammenzufassen: Sie weigern sich zu helfen und machen sich vom Staub. Doch immerhin hat die jüngste Königin noch Anstand. Sie hat Rhys und Co. heimlich ihren Teil des Buches des Atmens zurückgelassen, um zu helfen Hybern aufzuhalten.

Die anderen Königinnen verfolgen jedoch nur ihre eigenen Interessen. Mit dem Geheimnis von Velaris gelüftet, geben sie die Information an Hybern weiter. Das wiederrum sorgt für einen Angriff auf die Stadt. Feyre schützt die Bewohnenden, tötet den Attor und produziert mal eben ein paar badass Wasser-Wölfe. Ein weiterer ikonischer Moment.

Der Angriff macht deutlich, dass die Zeit Pläne zu schmieden ausläuft. Also beschließt der innere Kreis nach Hybern zu gehen und dort den Kessel zu zerstören. Ein Plan der klar und deutlich „Vorsicht, Gefahr!“ schreit. Doch leider, wird er trotzdem durchgezogen.

Ziemlich unnötig zu sagen, dass sie in eine Falle laufen und alles den Bach runter geht. Nicht nur werden sie gefangen genommen und verletzt, es stellt sich auch heraus, das Tamlin – der desillusionierte Idiot – mit Hybern arbeitet um Feyre zurückzubekommen. Denn wir wissen ja alle, das so Liebe funktioniert. Idiot. Ich muss an dieser Stelle leider auch sagen, dass Lucien mitgekommen ist. Ich habe deutlich mehr von ihm erwartet. Doch natürlich sind die Dinge noch nicht kompliziert genug. Zu allem Überfluss hat Ianthe Tamlin hintergangen und Feyres Schwestern an den König von Hybern ausgeliefert. Und natürlich – wie zuvor angesprochen – arbeiten auch die sterblichen Königinnen mit ihm. Also, kein besonders guter Startpunkt.

Und da sie zahlenmäßig unterlegen und verletzt sind, kann Feyre nur zuschauen, als ihre Schwestern in den Kessel geworfen und in Fae verwandelt werden. Immerhin versucht Lucien ihnen zu helfen. Bekommt er zumindest ein paar Karma-Punkte für zurück. Er hat auch den Anstand Elain seinen Mantel zu geben, als sie aus dem Kessel auftaucht und sie jeder so gut wie nackt sehen kann. Sehr gut. Aber dann, verliert er all seinen Charme und Anstand. Elain hat gerade eine sehr traumatische Erfahrung gemacht und das erste was er macht (nachdem er ein Teil von dem Verrat ihr Gegenüber war) ist ihr fast schon ins Gesicht zu schreien „Du bist meine Seelengefährtin“. Dein Ernst? Wo ist all der Charme aus dem ersten Bich plötzlich hin? Und außerdem: Read the room. Aber gut, ich verliere mich.

Nesta – die auch zur Fae gemacht wird – schafft es tatsächlich dem König von Hybern Angst zu machen, bevor sie in den Kessel gedrückt wird. Ein fantastischer Moment. Doch leider hört es hier nicht auf. Tamlin denkt immer noch das er einen Anspruch auf Feyre hat und sie praktisch besitzt, und verlangt sie zurück. The Audacity.

Und dann passiert etwas, dass sicherlich einige von uns Lesenden sprachlos gemacht hat. Feyre flieht den König von Hybern an das Band zu Rhys zu zerstören. Sie sagt er hat sie verzaubert und dass sie zurück zu Tamlin will. Was zur Hölle? Für ein paar schreckhafte Sekunden hat Sarah es geschafft, uns glauben zu lassen, dass Feyre es ernst meint. Doch zum Glück können wir zwischen den Zeilen lesen und lernen schnell, dass sie nur so tut um ihren Seelengefährten, ihren inneren Kreis und ihre Schwestern in Sicherheit zu bekommen. Die Anxiety gesteuerte People-Pleaserin ist noch an Bord. Aber anscheinend ist sie ein gute Schauspielerin, denn der König von Hybern glaubt ihr und bricht das Band. Rhys und Co. verschwinden und Tamlin, Lucien und Feyre kehren zurück zum Frühlingshof.

Nun switchen wir zu Rhys POV. Wir lernen, dass er und Feyre geheiratet haben und sie nun High Lady des Hofs der Nacht ist – auf einer geheimen Mission den Frühlingshof zu zerstören. Ein Plot-Twist und ein Ende nach dem wir mehr wollten. Und zu diesem Zeitpunkt war ich sehr glücklich, dass der dritte Teil schon existiert hat, als ich die Bücher gelesen hab. Denn natürlich, musste ich sofort weiterlesen.

Und damit kommen wir auch schon zum Ende, meine lieben Bookdragons. Eine Review zu einem meiner Lieblingsbücher. 5 Sterne. Punkt. Ich hoffe ihr hattet genau so viel Spaß, wie ich. Ganz ehrlich? Ich hätte noch viel länger über dieses Buch schreiben können, aber irgendwann muss ich aufhören zu sprechen und eure Stimmen in den Kommentaren einfangen. Aber ich bin neugierig: Möchtet ihr noch mehr Details, vielleicht einen Deep Dive oder eine Live-Diskussion, oder was ganz anderes? Ich bin offen für eure Ideen und euer Feedback. Doch bis dahin: teilt eure Gedanken, Theorien, Lieblingsmomente und Hot Takes mit mir. Ich freu mich, euch in den Kommentaren zu treffen.

„Hallo, meine liebste Feyre“.

„Auf die Sterne, die zuhören – und auf die Träume, die wahr werden“

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