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Freya träumt davon, Abenteuer zu erleben, doch sie weiß nicht, dass die Götter sie erhören werden.
Gefangen in einer gewalttätigen Ehe, glaubt sie, dass ihr Schicksal bereits besiegelt ist – bis eines Tages Jarl Snorri auftaucht. Eine alte Prophezeiung bestimmt Freya zur Schildmaid, die ihr Volk im Kampf gegen König Harald vereinen soll.
Als sie in einen Kampf gezwungen wird, offenbart sich Freyas dunkelstes Geheimnis: Sie ist ein Kind der Göttin Hlin. Nachdem ihr Mann – durch ihre eigene Hand – gestorben ist, wird Freya zu einer weiteren Ehe gezwungen. Gebunden durch Blut, Tod und göttlichen Willen liegt ihre Zukunft nun in Snorris Händen – und in der Gnade der Götter.
Angesichts göttlicher Prüfungen und eines neuen Kampfes an jeder Ecke scheint Bjorn, Snorris Sohn, der einzige Lichtblick in der Dunkelheit zu sein. Doch Freya muss vorsichtig sein: Wem kann sie wirklich vertrauen? Wie weit kann sie sich dem Schicksal widersetzen – und wer wird den Preis dafür zahlen, wenn sie es tut?
Professionelle Büchersammlerin und Teilzeit verantwortungsvolle Erwachsene
Okay, ihr Bookdragons, lasst uns loslegen.
Die Geschichte beginnt, indem wir Freya und ihren Mann Vragi kennenlernen. Und ganz ehrlich: Wir müssen nicht zwischen den Zeilen lesen, denn schon von der ersten Seite an wird klar – Freya hasst ihn. Vragi ist ein Kind des Gottes Njord und allem Anschein nach ein absolutes Arschloch.
Ich fang hier direkt mal an, meine ersten Gedanken mit euch zu teilen: Ich liebe Mythologien, also habe ich mich riesig darauf gefreut, dieses Buch zu lesen. Meine Stärken liegen zwar eher in der griechischen und ägyptischen Mythologie, aber ich würde behaupten, dass ich wenigstens ein bisschen über nordische Mythologie weiß. Außerdem war das hier nicht mein erster Ausflug in die Materie (Shoutout an den Meister Rick Riordan).
Trotzdem war ich sofort verwirrt, als Njord vorgestellt wurde. Mein erster Gedanke: Wer ist das?
Es gab also nur zwei Optionen: Entweder bin ich deutlich schlechter in nordischer Mythologie als gedacht (tbh, durchaus möglich), oder eher nebensächliche Götter spielen hier eine größere Rolle als erwartet. Vielleicht wisst ihr mehr als ich – aber ich verspreche euch, wir kommen später nochmal darauf zurück.
Also, wie bereits erklärt: Vragi = Arschloch.
Und das beweist er auch direkt, indem er völlig unnötig eine Tonne Fische an den Strand zaubert, damit Freya „üben“ kann, wie man sie richtig auseinandernimmt. Freya hat jedoch ein Herz und beginnt die Fische wieder ins Wasser zu werfen, um sie vor einem sinnlosen Tod zu bewahren. Sie ist so darauf fokussiert, dass sie nicht bemerkt, dass jemand im Wasser steht – und wirft dieser Person einen Fisch mitten ins Gesicht.
Selbstverständlich ist sie zunächst beschämt.
Glücklicherweise macht der gutaussehende Fremde keine große Sache daraus und beginnt direkt, mit ihr zu flirten. Er fragt sogar „aus Spaß“, wo er ihren Ehemann findet, damit er ihn töten und mit Freya schlafen kann. Nein, ich übertreibe nicht, das ist wirklich so passiert.
Und ja, ich verstehe, was die Szene erreichen will. Es soll zum einen lustig wirken und zum anderen dafür sorgen, dass wir diesen neuen Typen sofort mögen. Immerhin sind wir auf Seite sieben und wissen bereits, dass Vragi scheiße ist. Aber jetzt mal ehrlich: Gebt uns Leser*innen doch wenigstens ein bisschen mehr Zeit die Charaktere kennenzulernen bevor wir mit Witzen übers Töten und dem Flirten anfangen.
Leider hört dieses überstürzte Tempo hier nicht auf.
Nur zwei Seiten später erfahren wir, dass Freya ein großes Geheimnis über ihre Identität hat – etwas, das auf gar keinen Fall jemals jemand herausfinden darf. Vier Seiten später, lernen wir Jarl Snorri kennen. Vragi hat ihm anscheinend erzählt, dass Freya eine Kriegerin werden möchte. Snorri beschließt daraufhin ihre Fähigkeiten zu testen, indem er ihr befiehlt
gegen seinen Sohn Bjorn in einem Duell bis zum Tod anzutreten. Und – wir tun jetzt alle einfach mal so als wären wir überrascht – Bjorn ist natürlich der gutaussehende Typ vom Strand. Außerdem ist er ein Kind des Gottes Tyr. Schon wieder ein Gott, den ich nicht kenne.
Sie kämpfen und Freyas großes, streng gehütetes Geheimnis wird gelüftet. Jap, ihr habt’s erraten – sie ist natürlich auch ein göttliches Kind. Die Tochter der Göttin Hlin.
Okay, Zeit, noch einmal kurz zurückzurudern. Seid bitte ehrlich mit mir: hat irgendjemand von euch diese Götter schon vor diesem Buch gekannt? Ich ganz sicher nicht. Und ganz ehrlich: Ich tu’s immer noch nicht. Selbst nachdem ich die Reihe beendet habe, könnte ich euch nicht sagen wer Hlin ist, wofür sie steht, oder was sie überhaupt repräsentiert. Das Gleiche gilt auch für Tyr.
Und genau das ist das Problem.
Ganz ehrlich: Ich mag die Idee, sich auf weniger bekannte Götter zu konzentrieren und ihnen das Spotlight zu schenken. Aber wenn man diesen Weg geht, muss man sie auch vernünftig einführen und den Leser*innen genug Kontext geben, damit sie überhaupt eine Bedeutung haben. So wirkt das Ganze für mich weniger wie eine bewusste kreative Entscheidung – und mehr wie der Versuch sich einfach von der Masse abzuheben, ohne wirklich die nötige Tiefe zu liefern. Und das ist extrem schade. Denn es gab hier so viel Potenzial, das für mich aber im Endeffekt ins Nichts gelaufen ist.
Aber zurück zur Geschichte.
Snorri verrät, dass er bereits von Freyas Kräften wusste – weil Vragi es ihm erzählt hat. Anscheinend hat er sie beim Training im Wald beobachtet (so viel zum Thema großes Geheimnis und diskret damit umgehen). Vragi verrät Snorri also alles, weil dieser gezielt nach einem Kind von Hlin sucht. Gleichzeitig hofft er, sich dadurch endlich von Freya scheiden lassen zu können, da sie ihm bisher keine Kinder geschenkt hat.
Vragi setzt seine beeindruckende Serie als absolut unerträglicher Arsch fort, indem er vorschlägt, einfach loszureiten und Ingrid (Freyas BFF und die Flamme ihres Bruders) als seine neue Frau zu beanspruchen. Wütend klaut Freya Bjorns magische, brennende Axt – und tötet Vragi.
Ich möchte an dieser Stelle kurz darauf hinweisen, dass wir uns hier auf etwa Seite 30 befinden. Was meinen Punkt nur noch einmal unterstreicht: Das Tempo ist völlig überstürzt.
Freya wird ohnmächtig, nachdem sie ihre schwer verbrannte Hand sieht, und wacht in Snorris Haus wieder auf. Eine Heilerin taucht auf – offensichtlich jemand, den wir mögen und als potenzielle Verbündete sehen sollen. Hätte auch funktionieren können… wenn das Tempo ihr mehr als fünf Minuten Textzeit gegeben hätte.
Die Heilerin versorgt Freyas Arm und dann – zack – muss Freya Snorri heiraten.
Aus mir völlig unerfindlichen Gründen ist es danach anscheinend extrem wichtig, Freya vor dem gesamten Dorf auszuziehen und ihr ein Blut-Tattoo zu verpassen. Ich meine… wer braucht schon Privatsphäre. Während dieses Rituals stirbt Freya fast. Mitbekommen tun das allerdings nur Bjorn und Ylva (Snorris andere Ehefrau und Hexe). Dabei erfahren wir immerhin, dass Freya von zwei Göttern beansprucht wird. Da Bjorn das Ritual jedoch vorzeitig abbricht, um sie zu retten, bleibt unklar, wer Gott oder Göttin Nummer zwei ist.
Weiter geht’s mit der Hochzeitsfeier – und der Erwartung, dass Freya die Ehe mit Snorri vollzieht. Andernfalls „gilt“ sie nicht, was ausnahmsweise sogar historisch korrekt ist. Ylva kann es jedoch nicht ertragen, dabei zuzusehen, was Freya eine Gelegenheit eröffnet. Sie bietet an, einen Blutschwur zu leisten, damit Freya nicht mit Snorri schlafen muss. Gesagt, getan: Ylva bindet Freya magisch an Snorri und sein Blut – und verbietet ihr gleichzeitig, jemals darüber zu sprechen.
Während der Feier wird das Dorf von einem feindlichen Jarl angegriffen. Freya und Bjorn schaffen es, die Angreifer wegzulocken, bevor zu viel Schaden entsteht.
Und nur nochmal zur Einordnung: Wir sind hier noch nicht einmal bei der Hälfte des Buches. Das Tempo ist so extrem, dass es mir ehrlich schwerfällt zu entscheiden, was ich überhaupt alles ansprechen soll – aber ich gebe mein Bestes. Versprochen.
Nach dem Angriff wird beschlossen, dass Bjorn dazu bestimmt ist, Freya zu beschützen. Ihre Schicksale scheinen miteinander verbunden zu sein. Snorri befiehlt ihm, Freya im Kampf auszubilden. Wir bekommen genau eine Trainingssession – wobei es schon großzügig ist, das überhaupt so zu nennen – bevor das Buch direkt zum nächsten großen Handlungsstrang springt.
Ein wichtiges Opferfest steht an, an dem alle teilnehmen müssen. Auf dem Weg zum heiligen Opferberg sieht Freya eine mysteriöse, brennende Gestalt (die btw extrem Suriel-Vibes gibt), die ihr prophezeit, dass sie ein Opfer bringen muss – sonst wird sie sterben. Dramatisch, aber okay. Snorri wertet das natürlich direkt als weitere Prüfung der Götter.
Während sie ihr Lager aufschlagen, werden sie erneut von einem anderen Clan angegriffen.
Und sorry – das bringt mich direkt zu zwei neuen Rants.
Erstens:
Mir ist absolut bewusst, dass Geschichten über Wikinger viele Kämpfe beinhalten. Das ist nicht das Problem. Mich stört nicht die Menge – mich stört, wie unfassbar langweilig sie sind. Wenn du als Autorin schon alle zehn Seiten einen Kampf einbauen musst, dann mach ihn doch bitte interessant oder wenigstens einprägsam. Hier bleibt wieder so viel Potenzial liegen: clevere Strategien, brutales Chaos, wirklich verstörende oder eindringliche Momente. Denkt an Vikings oder The Last Kingdom. Stattdessen bekommen wir Kämpfe, die überstürzt, ohne Gewicht und komplett bedeutungslos wirken. Wie bei so vielen anderen Punkten also auch hier: viel Potenzial, das einfach nicht genutzt wird.
Und das führt mich direkt zu Rant Nummer zwei.
Triggerwarnung für eine sehr grafische Beschreibung – ihr könnt den nächsten Absatz gerne überspringen. Im Versuch, die Brutalität des Kampfes greifbarer zu machen, wird beschrieben, dass der Kopf eines Kriegers explodiert „wie eine Melone, die auf den Boden fällt“.
Jetzt fragt ihr euch vielleicht: Ja und? Wo ist das Problem?
Nun.
ES GAB DAMALS KEINE VERDAMMTEN MELONEN!
Okay, sorry – das hat mich kurz emotional mitgenommen. Aber jetzt mal ernsthaft: Wenn wir auch nur ein Mindestmaß an historischer Genauigkeit anstreben, ist es schlichtweg unmöglich, dass Freya wusste, was eine Melone ist. Und ja – das hat mich so sehr gestört, dass ich es gegoogelt habe. Offensichtlich. Es hätte wirklich jeder andere Vergleich besser funktioniert. Sie hätte ja auch einfach nen Apfel für die Metapher nutzen können.
Okay, Lisa – atmen. Wir schaffen das. Tief ein… und wieder aus.
Gut. Weiter geht’s.
Nach dem Angriff wird beschlossen, dass Freya und Bjorn einen anderen Weg zum Berg nehmen müssen, um weiteren Angriffen zu entgehen. Selbstverständlich ist diese alternative Route gleichzeitig auch die gefährlichste. Versteht sich ja von selbst. Und ja – natürlich bringt uns das direkt zum nächsten Kampf. Dieses Mal gegen Untote: die Draug.
Ich weiß nicht, ob sich noch irgendjemand von euch an diesen Till-Eulenspiegel-Zeichentrickfilm erinnert, aber da gibt es doch diese Szene auf der Insel der Toten mit den Skelettkriegern. Genau so habe ich mir das hier vorgestellt.
Ach so, und falls ihr euch fragt: Natürlich gewinnen Freya und Bjorn den Kampf.
Jetzt sind sie endlich am heiligen Berg angekommen und Freya kann ihr Opfer bringen. Ups – sorry, fast vergessen: Auf dem Weg ins Camp gibt’s natürlich noch einen Kampf. Dachte, vielleicht interessiert das irgendjemanden. Aber nachdem sie es endlich ins Lager geschafft haben, bekommen wir zumindest eine kurze Kampfpause. Stattdessen treffen wir endlich den großen Bösewicht des Buches: Harald. Der Mann, den Snorri unbedingt besiegen will. Er hat außerdem Bjorn entführt, als dieser noch ein Kind war, und seine Mutter getötet. Ihr seht also: Motivation für Rache ist definitiv vorhanden.
Am Abend findet die große Opferzeremonie statt. Freya muss einen Stier töten, um ihn den Göttern darzubringen. Und an dieser Stelle möchte ich – trotz all meiner Kritik – auch mal ein Kompliment aussprechen. Ich weiß nicht, ob es an meinen persönlichen Moralvorstellungen liegt oder ob es genau so beabsichtigt war, aber der Schreibstil in dieser Szene hat es tatsächlich geschafft, dass ich mich unwohl gefühlt habe. Ich fand es wirklich schwer zu lesen, wie die verängstigten Tiere geopfert wurden. Auch wenn – und ja, ihr dürft jetzt klatschen – das historisch korrekt ist.
Nach Freyas Opfergabe haben die Götter einen kleinen Cameo-Auftritt. Anders kann ich es wirklich nicht nennen. Aber immerhin weiß jetzt jeder, dass die Götter über Freya wachen. Freya geht anschließend nicht zur Feier. Stattdessen spielt sie Spionin und kommt zu dem Schluss, dass Ylva mit Harald zusammenarbeitet, um Bjorn zu töten. Auf dem Rückweg wird sie von Bjorn erwischt – und die beiden haben ihre erste Make-out-Session. In der Öffentlichkeit. Vor einer Menge Leute. Aber hey, Freyas schnell übergeworfenes Kostüm reicht anscheinend als Tarnung, also alles gut, Leute.
Zurück an der Hütte treffen sie Snorri, der in der Zwischenzeit versucht hat, Verbündete für den Kampf gegen Harald zu gewinnen – genauso wie Ylva. Diese ist mit einer anderen Jarl befreundet. Und auch sie ist wieder so ein Charakter, der offensichtlich wichtig sein und den wir mögen sollen. Aber durch das extreme Tempo und die schiere Menge an Figuren geht diese Rechnung einfach nicht auf. Wir bekommen nur oberflächliche Eindrücke, wodurch diesen Momenten komplett die emotionale Wirkung fehlt, die sie eigentlich haben sollten.
Nur damit ihr ein Gefühl dafür bekommt: Wir sind hier gerade etwas über der Hälfte des Buches. Und eigentlich passiert noch unglaublich viel. Aber ganz ehrlich – ihr verpasst nichts, wenn ich das jetzt ein bisschen zusammenraffe. Also angeschnallt, es geht los.
Bjorn hat eine Vision, dass ihr Dorf angegriffen wird. Also brechen alle früher vom Fest auf. Das Dorf ist niedergebrannt, nur wenige haben überlebt. Der Angreifer: derselbe Jarl wie zu Beginn des Buches. Natürlich wollen alle Rache. Also: Sachen packen und nichts wie los. Freya findet heraus, dass sich ein Spion von Harald unter ihnen befindet, weiß aber nicht, wer es ist. Die sexuelle Spannung zwischen ihr und Bjorn steigt weiter – und sie führen ihre Reihe an öffentlichen Make-out-Sessions konsequent fort. Freya erfriert fast, wird aber durch Bjorns Feuermagie gerettet (die btw überhaupt nichts mit Tyr zu tun hat, aber diesen Rant erspare ich euch jetzt). Sie kämpfen erneut, Freya wird dabei quasi göttlich besessen, und plötzlich haben alle Angst vor ihr. Ihr Bruder taucht auf – er ist scheiße.
An dieser Stelle folgen emotionale Höhepunkte und große Plot-Twists so schnell aufeinander, dass keiner von ihnen auch nur ansatzweise Raum bekommt, sich zu entfalten.
Um mehr über Hlin herauszufinden – da scheinbar nicht einmal die Wikinger im Buch wirklich wissen, wer sie ist – reiten Freya und Bjorn zur einzigen Person, die Antworten haben könnte: Freyas Mutter. Und ja. Die ist auch scheiße. Freya sagt ihr sehr deutlich, dass sie sie hasst, und reitet mit Bjorn wieder davon. Auf dem Rückweg entdecken sie, dass Haralds Leute unterwegs sind. Und obwohl sie ihre Mutter gefühlt zwei Minuten zuvor noch gehasst hat, ist Freya plötzlich komplett am Boden zerstört, als diese getötet wird – und schwört Rache. Ganz ehrlich: Ich schäme mich nicht zu sagen, dass ich zu diesem Zeitpunkt einfach nur noch genervt von den meisten Charakteren war.
Zurück in der Festung taucht Harald auf um Freya mitzunehmen. Sie will nicht kämpfen und denkt ihr einziger anderer Weg ist Suizid. Bjorn, sieht das Ganze etwas anders und… rettet Freya, indem er mit ihr den Wasserfall hinabstürzt? Das ist ne Logik die geht über mich hinaus, aber hey – es hat geklappt. Die beiden gehen davon aus, dass jetzt alle denken, sie wären tot, und dass sie gemeinsam in ihr „glücklich bis ans Ende aller Tage“ davonziehen können. Und was ist da der einzig logische nächste Schritt? Genau. Sex. Ganz viel Sex. Natürlich. Am nächsten Morgen werden sie dann von Harald gefunden. Tja… so viel zu „alle denken, wir sind tot“.
Und jetzt kommt der große Reveal: Bjorn ist der Spion.
Und nein – ich bin nicht überrascht. Ich glaube, jeder mit zwei funktionierenden Gehirnzellen hat diesen „Plot Twist“ schon beim Opferfest kommen sehen.
Freya hasst Bjorn jetzt und verflucht ihn zu Hel. Dadurch erfahren wir auch endlich, wer ihr zweites göttliches Elternteil ist: niemand Geringeres als Hel selbst. Endlich mal eine Göttin, die ich kenne!
(Wobei man fairerweise sagen muss: Zwischendurch ist auch einfach mal ein Kind von Thor aufgetaucht, weil… warum eigentlich nicht.)
Freya versucht zu fliehen, wird aber von Bjorn aufgehalten. Zusammen mit Harald und seinem Gefolge wird sie nach Nordeland gebracht. Ende.
Puh.
Was für eine Reise – und nicht unbedingt eine, die ich nochmal buchen würde. Ganz ehrlich: Ich war am Ende eher erschöpft als emotional investiert. Und selbst das alles aufzuschreiben war auf eine gewisse Weise anstrengend.
Und ja, es tut mir ein bisschen leid, dass auch diese Zusammenfassung so gehetzt wirkt – aber das liegt schlicht daran, dass das Buch selbst dieses Tempo vorgibt. Denn ganz ehrlich: Ich finde nicht, dass ein Buch mit rund 500 Seiten (im Original etwa 400) bei dieser Umsetzung so viel Raum braucht – oder verdient.
Das größte Problem ist und bleibt das Tempo.
Dieses Buch hatte so viel Potenzial für eine epische, vielschichtige Geschichte – aber am Ende hat genau dieses Potenzial darunter gelitten. Ich bin fest davon überzeugt, dass das Ganze als Trilogie deutlich besser funktioniert hätte. Eine Story, für die ich mir dann auch wirklich gerne Zeit genommen hätte.
Was die Bewertung angeht: Die ist mir tatsächlich schwer gefallen. Ursprünglich lag ich bei 3,5 Sternen. Während ich diese Review geschrieben habe, ist mir aber immer mehr aufgefallen, wie viele Probleme das Buch eigentlich hat – vor allem beim Tempo und bei der fehlenden Tiefe in Bezug auf Geschichte und Mythologie. Gleichzeitig fühlt es sich aber auch falsch an, auf 2 oder 2,5 Sterne runterzugehen. Denn trotz allem war der Schreibstil fesselnd. Es ist ein Buch, das sich leicht lesen lässt und bei dem ich nie das Gefühl hatte, mich durch die Seiten quälen zu müssen. Ich wollte immer wissen, wie es weitergeht. Vielleicht denkt ihr jetzt: „Okay, dann sind es halt 3 Sterne.“ Ja – habe ich auch überlegt. Aber da ich weiß, dass der zweite Band nicht besser wird, möchte ich mir ehrlich gesagt noch ein bisschen Spielraum nach unten lassen. Gleichzeitig will ich aber auch fair bleiben. Deshalb bleibe ich bei 3,5 Sternen – auch wenn ich weiß, dass das wahrscheinlich eher eine großzügige Bewertung ist. Und dass ein großer Teil dieser Großzügigkeit eher auf dem Potenzial als auf der tatsächlichen Umsetzung basiert.
Ich weiß, dass dieses Buch extrem gehypt wurde – also sagt mir unbedingt, was ihr denkt.
Bin ich zu streng?
Oder fandet ihr das Buch auch eher durchwachsen?
Lasst es mich wissen, meine lieben Bookdragons
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