The Irresistible Urge to Fall for Your Enemy - Wie man sich (nicht) in seinen Erzfeind verliebt

Brigitte Knightley

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Published

Juli 2025

Genre

Romantasy

Tropes

Enemies to Lovers, Slow Burn, Forced Proximity, Morally Grey

Gelesen auf

English

Spice Rating

Rating

4,5

Darum geht’s

Osric Mordaunt ist Mitglied des Fyren-Ordens – einer gefürchteten Gruppe von Assassinen, der dringend einen Heiler benötigt. Und natürlich ist ausgerechnet die einzige Person, die ihm helfen kann, Aurienne Fairhrim: eine brillante Wissenschaftlerin, überzeugte Vertreterin des Guten und Mitglied des verfeindeten Haelan-Ordens. Also quasi genau die Person, die am allerwenigsten Lust darauf hat, ihm zu helfen.

Jedoch könnte Aurienne das Geld allerdings dringend gebrauchen, um die vielen Kinder zu versorgen, die an der Pox erkrankt sind. Deshalb lässt sie sich schließlich auf Osrics Angebot ein, auch wenn sie ihn und alles, wofür sein Orden steht, auf den Tod nicht ausstehen kann.

Und damit beginnt eine ziemlich unfreiwillige Zusammenarbeit: Die hochintelligente Wissenschaftlerin muss sich ausgerechnet mit einem ausgebildeten Auftragsmörder herumschlagen. Während die beiden versuchen, Osrics Krankheit zu heilen und gleichzeitig herauszufinden, was hinter dem mysteriösen Wiederauftreten einer tödlichen Krankheit steckt, wird es zunehmend schwieriger, ihre wachsende Anziehung zu ignorieren.

Denn „zwischen uns läuft absolut nichts“ wird irgendwie immer weniger glaubwürdig, wenn keiner von beiden aufhören kann, an den anderen zu denken.

The Review

Leonie`s Review

Professionelle Übereinkäuferin von Büchern und Vollzeit-Liebhaberin fiktionaler Welten

Insgesamt hat mir The Irresistible Urge to Fall for Your Enemy deutlich besser gefallen, als ich anfangs erwartet hatte. Tatsächlich habe ich das Buch ursprünglich nur gekauft, weil die FairyLoot-Ausgabe einfach verdammt hübsch ist.
Ich konnte nicht widerstehen.
Verklagt mich.

Die erste Hälfte hat bei mir allerdings ein bisschen Geduld gebraucht – vor allem wegen des Tempos und der Menge an Worldbuilding und medizinischen Fachbegriffen, die ich erst einmal verdauen musste. Sobald die Geschichte aber in ihre zweite Hälfte kam, hatte sie mich deutlich mehr gepackt.

Ich habe das ungewöhnliche Magiesystem, den völlig absurden Humor, die tierischen Begleiter namens Deofols und vor allem die Beziehung zwischen Osric und Aurienne geliebt.

Besonders Osric ist mir dabei ziemlich ans Herz gewachsen.
Auch wenn er blond ist und das eigentlich überhaupt nicht mein Typ ist.
Aber er ist weißblond.
Das ist etwas anderes.

Wenn ihr extreme Slow Burns mit Enemies-to-Lovers, schlagfertigem Austauch, moralisch fragwürdigen Assassinen, starken weiblichen Charakteren und einer Romantasy mögt, die sich selbst nicht allzu ernst nimmt, solltet ihr dem Buch definitiv eine Chance geben.

Bringt für die erste Hälfte nur ein bisschen Geduld mit.

Und vielleicht ein medizinisches Wörterbuch.

Spoiler Review
READ ONLY IF YOU’VE FINISHED THE BOOK

Nachdem meine letzten Reads mich emotional eher durch die Hölle geschickt haben – hust – Alchemised – hust –, hatte ich Lust auf etwas, das einfach Spaß macht. Also dachte ich mir: Warum nicht ein Buch über einen todkranken Assassinen, eine Heilerin, die ihn absolut nicht ausstehen kann, zwei verfeindete Orden und eine mysteriöse Seuche?

Klingt nach leichter Unterhaltung. Was soll schon schiefgehen?

The Irresistible Urge to Fall for Your Enemy erzählt die Geschichte von Osric Mordaunt, einem Mitglied des Fyren-Ordens. Und wenn ihr bei „Assassinen-Orden“ jetzt an einen düsteren, schweigsamen Shadow Daddy denkt: Nein.

Osric ist anders.

Und genau das ist so verdammt erfrischend und liebevoll an Ihm.

Nach einer Verletzung beginnt sein Seith – sein magisches System – immer weiter zu versagen. Seine Heiler können ihm nicht helfen und wenn dieser Prozess nicht aufgehalten wird, ist Osric nicht nur schlicht und einfach magielos. Nein, er ist tot.

Seine letzte Hoffnung ist Aurienne Fairhrim, eine Heilerin des verfeindeten Haelan-Ordens.

Natürlich.

Denn die Fyren und die Haelan sind Erzfeinde und Aurienne hat dementsprechend ungefähr null Interesse daran, einem Fyren das Leben zu retten. Dummerweise braucht ihr Orden dringend Geld, um die Pox zu bekämpfen, die sich immer weiter ausbreitet und vor allem Kinder betrifft.

Also macht Osric das, was vermutlich jeder vernünftige Assassine tun würde:
Er besticht sie.

Die beiden beginnen also heimlich zusammenzuarbeiten und versuchen, Osrics Seith zu retten. Dabei greifen sie auf die Alten Wege zurück – eine Form der Magie, die gar nicht mehr praktiziert wird und Ihren ganz eigenen Kopf hat.

Ich muss allerdings ehrlich sein: Die erste Hälfte und ich mussten erst einmal warm miteinander werden.

Das Worldbuilding ist relativ komplex und gerade am Anfang wird man mit ziemlich vielen Begriffen, verschiedenen magischen Systemen und medizinischen Fachbegriffen bombardiert. Bei Auriennes medizinischem Wissen hatte ich teilweise wirklich das Gefühl, aus Versehen in einer Folge Grey’s Anatomy gelandet zu sein außer, dass Meredith Grey einen sterbenden Assassinen mit Magie behandelt, statt im OP zu operieren.

Sobald ich mich jedoch etwas eingefunden hatte, wurde es deutlich besser. Gerade das Magiesystem hat mir richtig gut gefallen, weil es sich nicht wie die hundertste Version derselben Romantasy-Magie angefühlt hat. Es ist ungewöhnlich, vielseitig und vor allem nicht ganz so vorhersehbar, wie ich es bei anderen Büchern aus dem Genre manchmal finde.

Und dann wären da natürlich noch Osric und Aurienne.

Ich wusste von Anfang an, dass wir hier einen Slow Burn bekommen würden – und wisst ihr was? Ich war bereit dafür.
Denn die beiden finden sich wirklich maximalst unsympathisch.

Aurienne hält Osric für einen arroganten, nervigen Fyren, der viel zu viel redet und viel zu gerne zweideutige Kommentare macht. Osric wiederum scheint es geradezu zu genießen, sie damit zur Weißglut zu treiben.

Ihr Schlagabtausch gehört definitiv zu meinen Highlights. Sie streiten, sie beleidigen sich, sie versuchen sich gegenseitig auszutricksen und irgendwo dazwischen entwickelt sich ganz langsam etwas, das keiner von beiden so richtig wahrhaben möchte.
Und genau so muss ein guter Slow Burn ablaufen.

Besonders Osric hat einen ziemlich festen Platz in meinem Herzen bekommen.
Was eigentlich erstaunlich ist.
Denn er ist blond.
Und wer mich kennt, weiß, dass ich einen ganz bestimmten BookBoyfriend-Typen habe.
Und blonde Männer sind da einfach nicht das gleiche wie dunkelhaarige Shadow-Daddy’s.
Was soll ich machen?

Aber bevor jetzt jemand denkt, ich hätte meine Prinzipien über Bord geworfen:
Er ist weißblond.
Das ist was anderes.

Osric überhaupt nicht der typische „Ich bin dunkel, gefährlich und sage drei Seiten lang kein Wort“-MMC, den ich normalerweise sofort interessant finde. Er ist stattdessen ein bisschen dorky, ziemlich sarkastisch, macht ständig irgendwelche anzüglichen Bemerkungen und hat einen teilweise wirklich fragwürdigen Geschmack, was seine Freunde angeht.

Und genau das macht ihn so sympathisch.
Er kann gleichzeitig ein ausgebildeter Assassine und ein komplettes Chaos sein.
Was will man mehr?

Von Aurienne bin ich aber auch echt ein Fan geworden. Sie ist intelligent, kompetent und vor allem unabhängig. Sie braucht keinen Mann, der sie rettet, und verliert auch nicht plötzlich ihren Verstand, nur weil ihr Feind attraktiv ist.

Sie weiß, was sie will, sie weiß, woran sie glaubt, und sie lässt sich von Osric definitiv nicht einfach um den Finger wickeln.
Obwohl er es wirklich versucht.

Die Heilungsversuche nehmen in der ersten Hälfte ziemlich viel Raum ein. Die beiden probieren verschiedene Dinge aus, reisen herum und versuchen immer wieder, Osrics Seith zu retten – mit mehr oder weniger Erfolg.

Zwischendurch gab es auch sehr lustige Szenen, die den ganzen ersten Plot erfrischend aufgelockert haben.
Zum Beispiel der Versuch in den heißen Quellen.

Ich weiß nicht, wer sich gedacht hat, dass ein Badehaus, das sich im Grunde als Bordell herausstellt, der perfekte Ort für ein magisches Heilungsritual ist.
Aber ich respektiere diese Entscheidung.
Die Situation ist einfach herrlich absurd und genau solche Momente haben dafür gesorgt, dass sich das Buch trotz der langsameren ersten Hälfte nie wirklich langweilig angefühlt hat.

Ein weiteres Highlight sind für mich die Deofols.
Diese kleinen magischen Begleiter sind einfach großartig. Sie haben ihre eigenen Persönlichkeiten und sind teilweise mindestens genauso frech wie ihre Menschen und ich hätte ehrlich gesagt nichts gegen ein komplettes Spin-off über die Deofols einzuwenden.
Sie sind witzig, clever und bringen immer wieder Leichtigkeit mit in die Geschichte.

Und dann kommt irgendwann der Punkt, an dem die Geschichte richtig Fahrt aufnimmt.

Die Krankheit der Pox wird immer präsenter und aus dem ursprünglichen Problem rund um Osrics Seith entwickelt sich nach und nach eine viel größere Geschichte. Die zweite Hälfte war deshalb deutlich interessanter. Plötzlich passiert mehr, die Spannung steigt und gleichzeitig wird auch die Beziehung zwischen Osric und Aurienne immer interessanter.

Und dann kam meine Lieblingsszene.
Osric taucht verletzt vor Auriennes Tür auf, nachdem er gegen Brythe gekämpft hat – und ihn zu ihrem Schutz getötet hat.
Und endlich haben wir den Rollentausch, der meines Erachtens viel zu wenig vorkommt.

Aurienne kümmert sich um Osric, während er schläft. Sie fährt ihm durch die Haare und gesteht sich langsam ein, dass sie tatsächlich ziemlich am Boden zerstört wäre, wenn er sterben würde.
Ich meine…
Wie soll man so eine Szene lesen und nicht kichernd mit den Füßen treten?
Das war für mich der Moment, in dem sich der gesamte Slow Burn endlich ausgezahlt hat.

Denn das Schöne an Osric und Aurienne ist, dass ihre Beziehung nicht einfach von heute auf morgen von „Ich hasse dich“ zu „Ich liebe dich“ springt. Sie müssen sich wirklich erst kennenlernen. Sie müssen ihre Vorurteile gegenüber dem jeweils anderen Orden überwinden und erkennen, dass der Mensch vor ihnen nicht automatisch all das verkörpert, was sie an dessen Seite hassen.

Erst kommt die gezwungene Zusammenarbeit.
Dann etwas Neugier.
Dann Respekt.
Und irgendwann wird aus dem ganzen „Da ist absolut nichts zwischen uns“ ein ziemlich offensichtliches „Oh. Mist.“
Genau das habe ich geliebt.

Mein größtes Problem mit dem Buch?
Es endet.
Und zwar genau dann, wenn es endlich richtig interessant wird.

Die Beziehung nimmt Fahrt auf, die größeren Konflikte werden immer wichtiger und ich war endlich komplett in der Geschichte angekommen – und dann heißt es im Grunde: Fortsetzung folgt.
Danke auch.

Trotzdem hat mich das Buch insgesamt positiv überrascht. Gerade weil ich in der ersten Hälfte ein bisschen gebraucht habe, um hineinzukommen, hätte ich nicht erwartet, dass ich am Ende so sehr an den Charakteren hängen würde.

Ich mochte das ungewöhnliche Magiesystem, den teilweise komplett absurden Humor, die Deofols und vor allem Osric und Aurienne als Konstellation.

Und ja, Osric ist offiziell einer meiner Lieblings-MMCs.
Auch wenn er blond ist.
Weißblond.
Ich bleibe bei meiner Meinung.

"Er hasste es, dass er unversehrt zum Waystone gekommen war, nur um ihn zu verlassen, nachdem er einen Teil von sich in zwei sternenleuchtenden Augen verloren hatte."

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