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Tabithas Welt ist zusammengebrochen. Ihre große Schwester hat den Kampf gegen ihre Sucht verloren und ist gestorben. Dabei lässt sie ihren dreijährigen Sohn Milo zurück. Obwohl ihr Herz gebrochen ist und sie sich in Teilen schuldig fühlt, weiß Tabitha eines: sie wird alles tun, um Milo die Kindheit zu geben, die er verdient. Aber das Leben legt ihr beständig Steine in den Weg – oder in diesem Fall den unverschämt gutaussehenden, mürrischen und geheimnisvollen Rhys Dupris. Der ehemalige Vermieter ihrer Schwester, der zu allem Übel auch noch Milos gesetzlicher Vormund ist.
Und obwohl Tabitha es niemals zugeben würde, sorgt der Mann, den sie leidenschaftlich hasst, ganz eventuell dafür, dass in ihr ungeahnte Gefühle erwachen. Doch auch ungeachtet ihrer unerwünschten Gefühle wird sie alles dafür tun, um Milo bei sich zu behalten – auch wenn sie dafür den Feind heiraten muss.
Professionelle Büchersammlerin und Teilzeit verantwortungsvolle Erwachsene
Okay, bevor ich mit der Review anfange, habe ich eine Frage an euch: seid ihr wirklich hier, weil ihr mehr über den Plot erfahren wollt, oder wollt ihr eigentlich nur wissen, wie gut der Spice ist?
Keine Sorge – ihr müsst euch nicht schämen. Verdammt, ich liebe solche Bücher doch genau so sehr – und ja, ich habe in der Vergangenheit Bücher anhand ihres Smut-Grades ausgewählt. Also, kein Shaming von meiner Seite, sondern ein freundliches: willkommen im Club!
Oh, und bevor ich es vergesse, noch ein Disclaimer: wenn ihr Teil meiner Familie seid und das lest: seid gewarnt. Diese Review wird eventuell Dinge über mich offenbaren, die ihr nicht zwingend wissen wolltet. Es ist also völlig okay, wenn ihr jetzt umdreht oder weiterlest und beim nächsten Treffen so tut, als hätte ihr das nie gelesen.
Gut, aber jetzt lasst uns loslegen.
Wir beginnen die Story mit einem kleinen Prolog, in dem wir Teil von Tabithas und Rhys‘ Kennenlernen werden. Erika (Tabithas Schwester) ist gerade eingezogen und Tabitha nimmt es auf sich Rhys über ihre Vergangenheit mit der Sucht zu erzählen und lässt ihn per Pinky Promise schwören, sie anzurufen, sollte Erika die Miete nicht zahlen können, damit Tabitha einspringen kann.
Zwei Jahre später. Erika ist gerade verstorben, weswegen Tabitha natürlich am Boden zerstört ist und sich Vorwürfe macht, dass sie mehr hätte machen können. Doch Tabitha sieht die Schuld nicht nur bei sich; sie ist fest davon überzeugt, dass Rhys diese Last auch auf seinen Schultern trägt. Immerhin hat er seinen Pinky Promise gebrochen und Erika aus der Wohnung geworfen, als sie die Miete nicht zahlen konnte.
Trotz ihres Gefühlschaos reißt sie sich zusammen und fährt zu Erikas alter Wohnung, um ihre Sachen zu packen. Doch als sie die Wohnung betreten will, steht plötzlich Rhys hinter ihr und denkt, sie versucht in die Wohnung einzubrechen. Nicht in der Stimmung für Spielchen, entscheidet sie, dass Rhys der perfekte Ersatz für einen Boxsack ist – zumindest verbal. Sie fährt ihn an, erzählt ihm von Erikas Tod und knallt ihm dann die Tür vor der Nase zu.
Eine Weile später muss Tabitha – mittlerweile vielleicht schon ein winziges bisschen betrunken – sich erneut mit Rhys auseinandersetzen. Dieser ist ebenfalls in die Wohnung gekommen, um ihr mitzuteilen, dass er Erikas Testament hat und Milos legaler Vormund ist. Da er nicht dauerhaft in Kanada wohnt, informiert er Tabitha, dass er plant Milo mit ihm nach Florida zu nehmen. Doch Tabitha, schlagfertig wie eh und je (auch wenn sie stockbesoffen ist), lässt sich das nicht gefallen, und sagt ihm ihre Meinung, bevor sie wütend davonstürmt.
Bis hierher mag ich die Dynamik des Buches schon sehr. Es ist für uns Leser*innen deutlich, dass Tabitha eine fantastische Tante ist und alles daran legt Milo zu beschützen und bei seiner Familie zu halten. Was ich auch liebe, ist dass wir dank der wechselnden POVs wissen, dass das gleiche für Rhys gilt, der in Pflegefamilien aufgewachsen ist und Milo vor einem ähnlichen Schicksal beschützen möchte.
Ich bin auch froh, dass wir jetzt endlich zu dem Part kommen, den wir eigentlich lesen wollten: der Start unser Enemies to Lovers Story.
Also, wir alle kennen das Set-Up: der mürrische Rhys, ein Mann weniger Worte und Tabitha, eine Frau, die glaubt, die Last der ganzen Welt alleine auf ihren Schultern tragen zu müssen – in anderen Worten: zwei Menschen die extrem schlecht darin sind zu reden und ihre Gefühle auszudrücken – kämpfen für das gleiche Ziel. Was sie natürlich wissen würden, wenn sie – naja – reden würden. Aber wo wäre da schon der Spaß? So würden wir ja die ganze (sexuelle) Spannung verpassen, und das wäre nun wirklich ein Verbrechen. Besonders da wir wissen, dass der Spice echt gut sein muss. Immerhin heißt der große, wunderschöne, dunkelhaarige, tätowierte Mann Rhys. Und die Eingeweihten wissen: Ein Rhys kann einfach nicht enttäuschen.
Aber zurück zur Story. Rhys fährt nach Rose Hill, um sich selbst ein Bild davon zu machen, wie Tabitha und ihre Familie Milo behandeln. Offensichtlich herrscht zwischen den beiden ein angespanntes Verhältnis – doch da Milo sie beide liebt stellen sie ihre Differenzen um seinen Willen hinten an. Die beiden sprechen mit einer Therapeutin, um herauszufinden wie sie Milo durch diese schwere Zeit helfen können. Um Rhy nach der Therapiestunde loszuwerden, setzt Tabitha ihn bei der legendären Rose Hill Dad Bowling Crew ab und geht zur Arbeit in ihr Restaurant.
Für die von euch die es nicht wissen: dieses Buch ist Teil der Rose Hill Reihe. Vier eigenständige Romance Bücher die alle in der gleichen Stadt spielen. Was alle Vier aber gemeinsam haben, ist dass alle MCs Väter und zusammen in einem Bowling Team sind. Was echt ein lustiges Easter Egg durch alle Bücher ist. Außerdem ist es echt süß, dass man so sieht wie alle miteinander verbunden sind und man bleibt in Kontakt mit alten Lieblingscharakteren. Oder zukünftigen – wenn man wie ich mit Teil vier anfängt – und nein, das war kein Zufall. Sagen wir einfach, die Altersdifferenz hat genau ins Schwarze getroffen.
Am selben Abend hat Tabitha (von Freunden, und nun auch mir, Tabby genannt) Mitleid mit Rhys, da er keinen Ort zum Übernachten hat, und bietet ihm daher an bei ihr im Keller zu schlafen. Sie wächst sogar über sich und ihre Engstirnigkeit hinaus und macht ihm – wie ich es nenne – die Carbonara des Friedens. Und ja, das ist wichtig. Merkt euch das, wenn ihr das Buch lest.
Ehrlichgesagt können wir an dieser Stelle einiges der Story zusammenfassen. Obwohl beide (insbesondere Tabby) es nicht zugeben wollen, sorgen Rhys regelmäßige Besuche dafür, dass sie anfangen sich zu mögen und die sexuelle Anziehung der beiden geht durch die Decke. Zum Beispiel als die beiden schamlos in der lokalen Bar/Bowling Bahn miteinander flirten, was dazu führt, dass Tabby Rhys Lieblingskörperteil durch seine Hose hindurch umfasst. Das wiederum veranlasst Rhys zu einem Angebot, das einen Spiegel, eine sehr eindeutige Position und das Badezimmer beinhaltet – und sicherlich einen Großteil der Leser*innen dazu bringt, sich Luft zuzufächeln. Doch obwohl viele von uns innerhalb von Sekunden auf Rhys gesprungen wären, lehnt Tabby das Angebot ab.
Währenddessen bleibt Tabby aufmüpfig wie eh und je. Während Rhys wieder weg und bei seiner Arbeit (die er geheim hält) ist, kauft sie eine Katze. Einfach um ihn zu ärgern, da er keine Haustiere mag. Und, können wir uns an dieser Stelle bitte darauf einigen, dass „Cleocatra“ ein echt cooler Name ist? Danke.
Da Rhys keine kanadische Staatsbürgerschaft besitzt gerät er, nach vielfachem Hin und Her zwischen den USA und Kanada, bei der Grenzkontrolle in Schwierigkeiten. Damit er sie weiterhin besuchen kann und ein Teil von Milos Leben bleibt, beschließt Tabby die offensichtliche Lösung umzusetzen – ja, ihr ratet richtig – sie heiratet ihn.
Es gibt nun also eine Hochzeit. Ist ja klar. Und obwohl sie weiterhin nicht viel übereinander wissen, verlieben sie sich heimlich Hals über Kopf ineinander. Natürlich heißt das im Umkehrschluss, dass die sexuelle Anspannung zwischen den beiden ins Unermessliche steigt. Und selbstverständlich werden wir auch mit mehr Spice belohnt. Wie der berühmten Treppen-Szene.
Tabby hat inzwischen herausgefunden, dass Rhys ein professioneller Wrestler ist. Und nachdem sie ihm geholfen hat ein Promo-Video zu drehen, klaut sie seine Maske und läuft weg. Rhys fängt sie auf der Treppe ein und die beiden fangen eine heiße Make-Out-Session auf der Treppe an. Sie brechen jedoch ab, da sie nicht wollen, dass die Dinge zu „kompliziert“ werden (weil eine gefakte Ehe ist nicht kompliziert? Ich sage, man könnte ja immerhin deren Vorteile genießen). Aber sind wir fair, für Tabithas Rücken war es wahrscheinlich besser den Treppen-Sex zu stoppen.
Ich bin ehrlich mit euch. Langsam fand ich es etwas anstrengend, dass die beiden ihre Gefühle nicht zugeben. Doch zum Glück ändert sich das.
Während Rhys wieder in Florida ist, und Tabby einen Abend für sich hat, beschließt sie Erikas alte Tagebücher zu lesen. Dadurch erfährt sie, dass Erika eifersüchtig auf sie war und dass Rhys sie schon vom ersten Treffen an anziehend fand. Sie lernt auch, dass Erika Rhys nur zu Milos Vormund gemacht hat, weil er reich ist. Doch der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt, ist die Erkenntnis, dass Rhys Erika nie aus der Wohnung geschmissen hat. Im Gegenteil. Er hat ihr geholfen und immer wieder auf Milo aufgepasst. Rhys hat Tabbys Vermutung jedoch nie entkräftigt. Also bricht Tabby – das erste Mal seit Erikas Tod – zusammen und weint.
Rhys, der Tabby überraschen wollte und spontan für einen Besuch nach Hause kommt, findet Tabby mitten in ihrem Meltdown und hilft ihr sich wieder zu beruhigen. Und endlich (ihr dürft seufzen und jubeln) geben sie zu, dass sie Gefühle füreinander haben und schlafen miteinander. Der Teil auf den wir alle gewartet haben. Und ich kann euch berichten, obwohl es nicht in einem Badezimmer ist, erfüllt Rhys sein Angebot mit dem Spiegel und der eindeutigen Position. Und ja – wir kinky Leser*innen können diesen Moment voll und ganz genießen.
Überraschungstest für all meine anderen Smut Leser*innen: was ist die goldene Verhaltensregel für Charaktere, wenn sie endlich miteinander geschlafen haben? Richtig – noch mehr Sex haben.
Ihr habt es also erraten, wir bekommen nun noch mehr Spice. Und auch wenn ich verstehe, dass die beiden horny sind, weiß ich persönlich jetzt nicht, ob ich Oralverkehr direkt nach der Yogastunde, wenn man noch in den verschwitzten Leggins ist, befürworte. Aber ich schätze als professioneller Wrestler ist Rhys Schweiß und Gerüche gewohnt – von daher viel Spaß!
Aber es gibt ja neben dem Spice auch noch eine Storyline. Rhys fühlt sich nun wohler damit, seinen Beruf mit seinen Freunden zu teilen. Er eröffnet ihnen also, dass er „Wild Side“ (das ist sein Wrestling-Name) ist. Alle unterstützen ihn und schauen sich gemeinsam seinen finalen Kampf an, in dem er seinen Gürtel zurückgewinnt.
An sich hätte die Story hier zu Ende sein können, aber anscheinend brauchten wir nochmal Drama. Nach seinem Sieg geht Rhys auf Promo-Tour und verletzt sich schwer. Tabby fliegt sofort zu ihm, aber er hat sich in der Zwischenzeit wieder in ein Arschloch verwandelt und schmeißt sie aus dem Krankenzimmer. Aber nach ein paar Minuten beschließt sie, dass sie das nicht mit sich machen lässt und geht wieder rein, um ihn zu unterstützen. Und ja, dann ist wieder alles gut.
Die Hauptstory endet mit einer Überraschung von Tabby für Rhys. Sie hält einen offiziellen Brief in der Hand, in dem bestätigt wird, dass Rhys nun ihren Nachnamen trägt. Das war ehrlich ein sehr schöner Moment, da er ja in Pflegefamilien aufgewachsen ist und nun endlich zu einer Familie dazugehört.
Wir bekommen aber auch noch einen kleinen Epilog. Dieser spielt ein paar Jahre später und zeigt Rhys letzten Auftritt als Wild Side. Im Publikum sind Tabby, Milo und ihre gemeinsame, neugeborene Tochter.
Okay, was sind meine finalen Gedanken zu dem Buch? Ehrlichgesagt war es ein schöner und entspannter Read. Ja, die Story an sich ist nicht super komplex, aber das erwarte ich auch nicht von einem Buch mit diesem Spice-Level. Was ich sagen muss – auch wenn ich da in der Review nicht so drauf eingegangen bin – ich finde es schön, wie Elsie Silver auf schwierigere Themen wie Sucht und Pflegefamilien eingegangen ist, und wie dies Familien und einzelne Personen nachhaltig prägt. Für ein Buch aus diesem Genre, mit einem hohen Spice-Level, war das wirklich sehr schön umgesetzt.
Und falls einige von euch es sich immer noch fragen: ja, der Spice ist gut. Es hat genau das erreicht, was es erreichen soll, und ich kann mit gutem Gewissen sagen, dass ihr einige der Szenen in guter (oder heißer) Erinnerung behalten werdet.
Jetzt aber noch zwei Gedanken, die ziemlich random sind. Erstens: Wenn ihr das Buch auch gelesen habt, bitte helft mir. Was ist dieses Ding, das Rhys während seiner Performance mit seiner Zunge macht? Ich verstehe es nicht, und kann es mir auch null vorstellen. Ich hab sogar probiert das vorm Spiegel nachzumachen (ja, ihr dürft lachen) aber ich komm da nicht hinter. Also falls ihr es versteht, oder Visuals habt, klärt mich gerne auf. Und zweitens (kleiner Disclaimer, keine Ahnung ob das in der deutschen Version genauso schlimm ist wie im Englischen): Elsie Silver liebt es, wenn ihre Charaktere mit den Zähnen knirschen. Auch hier lasst mich gerne wissen, ob der Satz im Deutschen genau so oft fällt wie im Englischen. Aber im Original ist das ein richtiger Signature Move, den ich einfach nicht mehr überlesen kann. Aber ich schätze jede*r Autor*in hat so Macken.
Also, endgültiges Urteil: Ein gutes Buch, das einfach und entspannt zu lesen ist, wenn man auf Spice steht. Also legt los und habt Spaß – besonders wenn ihr gerade in eurer Eisprung-Phase seid. Ich sehe und supporte euch, meine wundervollen und kinky Bookdragons.
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