• FSK18
Triggerwarnung

„Dieses Buch enthält potenziell sensible Themen, die bei manchen Lesenden starke emotionale Reaktionen auslösen können. Der Schutz und das Wohlbefinden unserer Leser*innen liegen uns am Herzen. “

Lights Out

Navessa Allen

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Published

Oktober 2025

Genre

Dark Romance, Smut

Tropes

Dual POVs, He Falls First, Hidden Identity, Morally Grey, Stalker Romance

Gelesen auf

English

Spice Rating

Rating

3,5

Darum geht’s

Aly liebt maskierte Männer. In ihrem Job als Krankenschwester helfen die Thirst Traps von maskierten, oberkörperfreien Männern einfach immer wieder, sie auf andere Gedanken zu bringen. Doch ein Account hat es ihr besonders angetan: The Faceless Man. Was kann es also schaden, hier und da mal einen Kommentar zu hinterlassen?

Als Josh – der Mann hinter der Maske – auf Alys Interesse aufmerksam wird, beschließt er, den Gefallen zu erwidern. Er beginnt, sie zu stalken, und schon bald leben die beiden gemeinsam ihre dunkelsten und zugleich heißesten Fantasien aus.

Doch als ein Mann mit weitaus finsteren Absichten als Josh sie jemals hatte, in Alys Leben tritt, beginnen die Grenzen zwischen Fantasie und Realität zu verschwimmen. Und plötzlich scheint der maskierte Mann, von dem Aly so besessen ist, das Einzige zu sein, das zwischen ihr und einer echten Bedrohung steht.

The Review

Lisa`s Review

Professionelle Büchersammlerin und Teilzeit verantwortungsvolle Erwachsene

Nun, meine lieben Bookdragons, es sieht so aus, als würden mich dieses Jahr Männer mit Masken verfolgen. Erst Wild Side (schaut gerne bei meiner Review vorbei, falls ihr das noch nicht getan habt) und nun dieses Buch. Wobei ich zugeben muss: Dieses Buch ist deutlich düsterer.

Was mich direkt zu meinem nächsten Punkt bringt.

Wenn ihr zufällig über diese Review gestolpert und noch keine 18 sein solltet: Dieses Buch ist nicht für euch.

Ich weiß, ich weiß – verbotene Dinge sind immer besonders verlockend. Aber ich meine es ernst. Dieses Buch behandelt einige ziemlich heftige Themen, die selbst für Erwachsene stellenweise fragwürdig genug sind. Falls ihr also noch nicht volljährig seid, greift lieber zu einem anderen Buch. Wenn es unbedingt spicy sein soll, schaut euch Wild Side oder einen anderen Titel mit hoher Chili-Skala an. Haltet euch vom Dark-Romance-Schiff einfach noch ein paar Jahre fern.

Ich bin schließlich auch nur ein älterer Bookdragon, der ein Auge auf seinen Schwarm hat.

Wenn ihr allerdings 18+ seid: Willkommen an Bord.

Lasst uns gemeinsam in moralisch graue – oder eher tiefschwarze – Gewässer eintauchen.

Spoiler Review
READ ONLY IF YOU’VE FINISHED THE BOOK

Wir treffen Aly, eine Krankenschwester, die in einem Trauma-Krankenhaus arbeitet. Was wiederum bedeutet, dass sie täglich eine Menge schreckliche Dinge miterlebt. Es gibt ihr außerdem Brownie-Punkte, denn Mitarbeitenden im Gesundheitswesen gehört die Welt. Denn sind wir alle mal ehrlich, was würden wir nur ohne sie tun?

An diesem Tag war die Schicht besonders schlimm, was selbst bei erfahrenen Krankenschwestern wie Aly Spuren hinterlässt. Um ihre Stimmung wieder zu heben, schaut Aly sich Thirst Traps von maskierten Männern an. Kinky, aber lieben wir. Ein Creator hat es ihr besonders angetan: The Faceless Man.

Ein Teil von mir ist da ganz bei Aly. Denn ganz ehrlich, haben wir nicht alle schon oberkörperfreie Männern mit Tattoos angeschmachtet? Ich bin auf jeden Fall schuldig. Aber Aly ist noch mal ne Nummer wilder als ich. Sie LIEBT die Vorstellung, dass The Faceless Man in ihr Haus einbricht und blutüberströmt in ihrem Schlafzimmer steht.

Also, ich würde hysterisch anfangen zu weinen, wenn mir das je passieren würde. Aber hey, was immer für dich funktioniert Aly.

Aly ist auch regelmäßig in seinem Kommentarbereich tätig wo sie offen nach ihm thristet und ihre Gedanken teilt. Und ganz ehrlich? Ich liebe das für sie. Die meisten Menschen überdenken selbst den harmlosesten Kommentar und Aly teilt da einfach mal eben ihre kinky Fantasien offen mit der Welt.

Mutig. Und das unterstütze ich.

Im nächsten Kapitel lernen wir Josh kennen. Auch bekannt als The Faceless Man. Er ist der Mitbewohner von Alis ehemaligem Hook-Up und hat eine etwas komplizierte Vergangenheit. Naja. Mehr als kompliziert. Sein Vater ist ein berühmter Serienmörder. Autsch. Auf diese Verbindung wäre ich auch nicht wirklich stolz. Und um das Ganze noch schlimmer zu machen, sieht Josh aus wie sein Vater, was einer der Gründe ist, warum er The Faceless Man gestartet hat. Er wollte die Aufmerksamkeit, aber ohne sein Gesicht zu zeigen, aus Sorge, jemand könnte ihn erkennen. Er macht sich jedoch Sorgen, dass einige der Dinge, die er auf seinem Account teilt (z.B. er überströmt mit Kunstblut) darauf hindeuten, dass er einige Eigenschaften von seinem Vater geerbt hat. Und ganz ehrlich, den Gedankengang verstehe ich. Aber da wir hier ja ein Dark Romance Buch lesen, ignorieren wir zunächst gemeinschaftlich die Red Flags, die uns anspringen. Aber, keine Sorge, ich werde da später drauf zurückkommen.

Also, wir wissen, dass Josh The Faceless Man ist. Wir lernen auch, dass Josh einen Crush auf Aly hat und sie stalkt. Und da er zufälligerweise ein professioneller Hacker ist, ist das ganze auch lächerlich einfach für ihn. Als er dann auch noch herausfindet, dass Aly regelmäßig seine Videos kommentiert, denkt er, dass sie vielleicht auch auf ihn steht. Zumindest ein bisschen.

Und selbstverständlich beschließt er, dass es der logische nächste Schritt ist, ihr Fantasien wahr werden zu lassen und tatsächlich in ihr Haus einzubrechen.

Muss ich an dieser Stelle ansprechen, dass das problematisch ist, oder sollte ich einfach akzeptieren, dass das Teil des Genres ist? Ich denke fürs Erste belasse ich es dabei. Aber meine Gedanken werde ich später noch teilen.

Josh zieht seinen Plan tatsächlich durch. Während Aly im Krankenhaus ist, bricht er bei ihr ein und dreht ein Video in ihrem Schlafzimmer. Das einzige, was Josh nicht eingeplant hatte, war Fred – Alys Kater. Doch zu Joshs Erleichterung, greift Fred ihn nicht an. Stattdessen möchte er gestreichelt werden.

Als Alys Schicht endet, freut sie sich sehr zu sehen, dass The Faceless Man ein neues Video gepostet hat. Sie findet es zudem lustig, dass sein Hintergrund aussieht, wie ihr Schlafzimmer und hinterlässt dazu sogar einen Kommentar, bevor sie nach Hause fährt. In ihrem Haus angekommen, hat sie das Gefühl, dass Fred sich etwas komisch verhält, denkt sich aber nicht zu viel dabei. Zumindest, bis sie ihr Schlafzimmer betritt und die Maske vom Faceless Man auf ihrem Bett sieht. Und dann macht es Klick. Der Hintergrund hat nicht nur ausgesehen wie ihr Schlafzimmer, es war ihr Schlafzimmer.

Und an dieser Stelle freue ich mich zu berichten, dass Aly doch noch über gesunden Menschenverstand verfügt. Sie greift sich sofort ihre Pistole und beginnt das Haus abzusuchen. Denn anscheinend ist es doch etwas anderes darüber zu fantasieren, dass jemand bei dir einbricht, als wenn es dann wirklich passiert. Aly ist außer sich. Sie beginnt The Faceless Man DMs zu schreiben und verlangt eine Erklärung.

Josh hat währenddessen seinen Spaß daran Aly anzustacheln. Gleichzeitig ist er aber auch besorgt, dass er zu weit gegangen ist. Gut. Ein weiterer Beweis, dass auch Josh seinen Verstand noch nicht ganz verloren hat. Doch das Buch beweist uns auch hier wieder, dass Aly und ich zwei unterschiedliche Menschen sind. Sie ist zwar sauer, dass The Faceless Man bei ihr eingebrochen ist, aber gleichzeitig auch extrem angeturnt… und befriedigt sich zu dieser Vorstellung. Währenddessen beobachtet Josh sie. Denn er ist nicht nur bei ihr eingebrochen, nein, er hat auch Kameras angebracht, um sie zu beobachten. Bookdragons, bitte sagt mir, dass ihr mein Side Eye durch den Bildschirm fühlen könnt.

Im Buch wird zwar geschrieben, dass Josh seinen Computer ausschaltet, als er versteht, was Aly macht, aber dabei hat er selbst schon angefangen sich zu befriedigen. Daher finde ich jetzt nicht so wirklich, dass man das als ritterlich bezeichnen sollte.

Aber Alys sexuelle Fantasien beiseite – sie ist natürlich trotzdem nicht happy über den Einbruch. Wie sie es auch sein sollte. Da sie weiß, dass Taylor (ihr Ex Hook-Up) einen Mitbewohner hat, der professioneller Hacker ist, ruft sie ihn an um zu fragen, ob Josh ihr helfen könnte jemanden ausfindig zu machen. Taylor stimmt zu und vereinbart ein Treffen mit Josh. Dieser hat wiederum Panik, dass Aly so herausfinden könnte, wer er ist. Gleichzeitig findet er jedoch die Idee sie aufs Glatteis zu führen und mit ihr zu spielen, sehr verlockend.

Währenddessen entdeckt Aly die Kameras, die Josh bei ihr versteckt hat. Es ist unnötig zu erwähnen, dass sie darüber nicht amüsiert ist. Sie entfernt sie sofort und hört auf The Faceless Man zu antworten. Doch ihre Wut hält nicht allzu lange. Während ihrer Schicht beginnt sie ihr Handy zu checken, um zu sehen, ob er ihr geschrieben hat. Stattdessen sieht sie, dass er ein neues Video gepostet hat. Sie kommentiert es und er liket ihren Kommentar sofort. Das wiederum sorgt für eine riesige Debatte im Kommentarbereich, da er das anscheinend sonst nie macht.

Doch natürlich beschränken sich ihre Interaktionen nicht nur auf Online-Chats. Wo wäre da der Spaß? Nach einer besonders anstrengenden Schicht findet Aly The Faceless Man, denn er sitzt in ihrem Auto. Er spricht jedoch nicht mit ihr (damit sie seine Stimme nicht erkennt). Stattdessen schreibt er weiterhin mit ihr über Handy. Er besteht darauf Aly nach Hause zu fahren, da sie nach dieser anstrengenden Schicht nicht hinters Steuer sollte. Und Aly… steigt tatsächlich ein. Gut, er hat ihr zuvor auch ein Messer und eine Pistole gegeben, damit sie die Kontrolle hat. Aber kommt schon, Bookdragons. Wir alle wissen, das gute Entscheidungen anders aussehen. Und falls nicht, schreibt mir und wir reden drüber.

Doch Alys fragwürdige Entscheidungen hören an dieser Stelle nicht auf. Aus unerklärlichen Gründen beschließt sie Josh einen Handjob und Blowjob zu geben – während er fährt – und während sie das Messer hält. Meine offensichtlichen Probleme damit, seinen Stalker zu befriedigen hintenangestellt – ich hab da ein paar Sicherheitsbedenken. Zum einen: Den Fahrer ablenken ist grundsätzlich eine schlechte Idee – auch wenn ich den Reiz verstehe. Aber das Messer. Da bin ich nicht so sicher. Und schaut es euch an, während Josh kommt, sticht Aly ihn tatsächlich aus Versehen mit dem Messer. Und deshalb, liebe Bookdragons, sollten wir echte Messer lieber nicht in den Geschlechtsverkehr einbinden.

Und jetzt wird es auch Zeit schon mal ein paar Gedanken mit euch zu teilen. Ja, ich weiß, dass das alles Teil des Genres und seiner Anziehungskraft ist. Trotzdem denke ich, dass wir hier mehr Diskurs benötigen. Denn ich glaube schon, dass solche Bücher – in den falschen Händen – ein falsches Verhalten ermutigen könnte. Während es im fiktionalen Szenario vielleicht ein anregender Gedanke ist, ist Stalking im echten Leben niemals romantisch oder in Ordnung. Ich möchte auch nicht, dass Stalker von diesem Genre bestärkt werden und auf falsche Ideen kommen, die zu Übergriffen ermutigen, nur weil es hier als etwas anziehendes dargestellt wird. Nicht das ihr mich falsch versteht. Ich verurteile hier niemanden, weil man dieses Genre liest. Ich sitze ja sogar mit euch im Boot. Ich habe nur das Gefühl, dass wir wichtige Diskussionen und Altersbeschränkungen aktuell auf der Strecke liegen lassen. Aber ich komme am Ende der Review nochmal darauf zurück. Das musste ich hier nur schon mal loswerden.

Doch zurück zur Geschichte. Aly trifft sich mit Josh, um herauszufinden, wer The Faceless Man ist. Josh denkt, dass er super clever ist, indem er Schuhe in falscher Größe anzieht, seine Tattoos versteckt uns sogar Handschuhe trägt, und somit Aly auf eine falsche Fährte lenkt. Aber unsere Aly ist natürlich schlauer. Sie erkennt sofort, dass Josh der Mann ist, den sie sucht. Doch sie beschließt das Spiel zunächst mitzuspielen und Josh in dem glauben zu lassen, er habe sie verarscht.

Die beiden flirten natürlich weiter miteinander. Einmal verspricht The Faceless Man ihr, dass er auf sie warten wird, wenn sie nach Hause kommt. Als er sein Versprechen jedoch nicht einhält, installiert Aly die Kameras wieder und beginnt sich vor ihnen zu befriedigen. Josh rast daraufhin zu ihr nach Hause, sorgt für einen Stromausfall und bricht wieder bei ihr ein. Und dann haben die zwei ein bisschen Quality Adult Time, die eine Halskette involviert (wer das Buch gelesen hat, weiß Bescheid). Oder, um es in Joshs Worten zu sagen: “Mommy and Daddy need to have some alone time right now”.

Das Buch hat uns aber auch mehr als nur Stalker-Smut versprochen. Also Auftritt des großen, bösen Wolfes: Ein Vergewaltiger namens Brad. Er ist Patient in Alys Krankenhaus, da einer der Brüder seines letzten Opfers ihm aufgelauert ist. Das überwiegend weibliche Personal weigert sich, ihn zu behandeln und wartet darauf, dass ihr männlicher Kollege frei wird. Und ganz ehrlich? Ich feier daran alles. Fuck men like him. Ich habe persönlich kein Problem damit, dass er nicht die medizinische Aufmerksamkeit bekommt, die er bräuchte. Tut mir nicht mal ansatzweise leid.

Aber Aly ist mit Herz und Seele Krankenschwester und weiß, dass er Hilfe braucht. Und sie will auch, dass er aus dem Krankenhaus verschwindet. Und da sie selbst Kampfsport betreibt, bietet sie freiwillig an ihn zu behandeln. Er verstört sie ziemlich, und ich bin da ganz bei ihr. Nur zu lesen, wie er von seinen Taten spricht, hat mich angeekelt und dafür gesorgt, dass ich ihm ein frühzeitiges Ableben wünsche. Da, ich hab’s gesagt.

Brad versucht Aly anzustacheln und sie zu einer Reaktion zu zwingen. Leider mit Erfolg. Er stellt es jedoch so dar, als wäre es ihre Schuld und ruft nach Hilfe. Selbstverständlich glaubt keiner von Alys Kolleg*innen ihm, doch sie muss trotzdem zu einem Gespräch mit HR. Und als wäre die Schicht nicht schon schlimm genug, endet sie mit einem Opfer eines Autounfalls. Das sorgt bei Aly für eine Panikattacke, da es sie an den Unfall erinnert, den sie als Kind hatte, bei dem ihre Mutter gestorben ist.

Josh hat all das über das Sicherheitssystem des Krankenhauses mitverfolgt, weil – naja – er ist halt ein Stalker. Als er also sieht, dass etwas bei Aly nicht stimmt, beschließt er zu ihr zu fahren, um sicherzustellen, dass es ihr gut geht. Sie erzählt ihm alles, über ihren Tag und den Unfall – anscheinend schon völlig cool damit, dass ihr Stalker regelmäßig bei ihr einbricht.

Und nach diesem ganzen emotionalen Auf und Ab, kommen wir endlich zu der Szene, die dieses Buch ins Spotlight gerückt hat: Die berühmte Messer-Szene. Für die, die nicht mit dieser Szene vertraut sind: Josh nimmt ein echtes Messer, rammt es in Alys Matratze und sagt ihr sie soll darauf reiten. Ich hatte dazu exakt zwei Gedanken. Erstens: Verdammt Josh, Matratzen sind super teuer! (Und ja, ich freue mich, euch mitzuteilen, dass Aly und ich da einmal den gleichen Gedanken hatten). Und Zweitens: Die Deutsche in mir hat praktisch geschrien: „Das ist nicht TÜV-geprüft!“ Oder anders ausgedrückt: „Das fühlt sich nicht wirklich sicher an“. Die beiden teilen meine Sicherheitsbedenken jedoch nicht und Aly fängt tatsächlich an das Messer zu reiten.

Nach dieser Session sind die beiden ziemlich erschöpft und Josh bleibt die Nacht bei ihr. Bis er von dem Alarm von Alys Sicherheitssystem geweckt wird. Er rechnet ziemlich schnell eins und eins zusammen. Da er Alys Stalker ist und sich bereits in ihrem Haus befindet, bedeutet das, dass eine andere Person tatsächlich bei Aly einbrechen will.

Es ist Brad. Der Vergewaltiger aus dem Krankenhaus. Josh und Aly schaffen es ihn zu überwältigen und ihn bewusstlos zu machen. Sie durchsuchen seinen Rucksack und stellen fest, dass Brad mit einem Mörder-Equipment angereist ist. Wahrscheinlich wollte er Aly vergewaltigen und anschließend töten. Und zum ersten Mal in diesem Buch teilen Aly, Josh und ich einen Moralkompass. Denn die beiden beschließen, dass sie ihn für seine Taten nicht ungestraft davonkommen lassen wollen. Anstatt ihn zur Polizei zu bringen, wo er sich wieder freikaufen würde, beschließen sie ihn zur Familie seines letzten Opfers zu bringen, damit sie sich rächen können. Klingt gut für mich. Und nochmal: Ich habe keine Empathie für Vergewaltiger. Sie sind dreckiger Abschaum. Sorry, not sorry.

Naja. Die beiden packen Brad in eine große Tasche und anschließend in Joshs Auto. Als sie bei der Familie des Opfers ankommen, stellen sie jedoch fest, dass sie Brad versehentlich umgebracht haben, indem sie seine Nase und seinen Mund zugeklebt haben. Er ist erstickt. Whoopsie. Josh ist damit ziemlich überfordert, da der Anblick der Leiche bei ihm schlechte Kindheitserinnerungen aufbringt. Aly, die tagtäglich mit dem Tod konfrontiert ist, bleibt jedoch ruhig und beginnt die nächsten Schritte zu planen.

Es stellt sich heraus, dass Alys Onkel für die Mafia arbeitet. Und ganz ehrlich, da wir hier von einem Dark Romance Buch sprechen, hat mich dieser Plot-Twist nicht wirklich überrascht. Sie fahren zu seinem Haus und bitten ihn um seine Hilfe, die Leiche verschwinden zu lassen. Und das tut er.

Während Aly in Joshs Wohnung wartet, da das Reinigungsteam ihres Onkels jegliche Spuren in ihrem Haus vernichtet, erfährt Aly von Joshs Vergangenheit. Beziehungsweise wer sein Vater ist. Zunächst ist sie mit der Situation ziemlich überfordert und bekommt Panik, was ziemlich verständlich ist. Aber ich bin sehr froh, dass das Buch an dieser Stelle nicht an der Misscommunication-Kreuzung abgebogen ist, und die beiden sich noch am selben Tag aussprechen. Lieben wir doch. Nun, da alle Karten auf dem Tisch liegen, werden die beiden offiziell ein Paar. Und haben natürlich Sex. Logisch.

Doch unsere Geschichte endet hier noch nicht. Um sicherzustellen, dass die Polizei weder Aly noch Josh verdächtigen, brechen sie in Brads Haus ein, um seinen Computer zu hacken. Also, Josh bricht mit Alys Mafia Familie ein, während Aly draußen wartet. Während des Einbruchs finden sie heraus, dass Brad noch mehr Geheimnisse versteckt hat. In Form von ein paar Frauenleichen. Doch die Sache verläuft nicht wie geplant und sie bekommen Besuch. Alys Familie verschwindet, doch Josh beschließt zu bleiben, um den Laptop zu hacken. Anscheinend hatten Brads Eltern die gleiche Idee, nur mit anderem Motiv.

Doch irgendwie schafft Josh es alle Informationen zu bekommen, die er brauchte, bevor er aus dem Haus flieht, wo Aly noch immer auf ihn wartet. Die beiden rennen in den Wald, um sich vor der Polizei zu verstecken, die mittlerweile auch aufgetaucht ist, da der Alarm ausgelöst wurde. Sie schaffen es zu fliehen und Brads Taten werden aufgedeckt. Nur Brad taucht offensichtlich nicht mehr auf, scheinbar „auf der Flucht“.

Nach diesem ganzen Adrenalin-Kick haben die beiden eine kleine BDSM-Session und gestehen sich ihre Gefühle füreinander ein. Sie gehen dann auch noch zum Familien-Essen bei Alys Onkel, wo von beiden Seiten aus Bedrohungen ausgesprochen werden. Größtenteils sowas wie „Mach keinen Scheiß mit uns oder Aly und dann machen wir auch keinen Scheiß mit dir“. Ihr wisst schon, das typische halt.

Und damit sind wir auch schon beim Epilog des Buches. Und da muss ich ganz ehrlich sagen, den fand ich problematisch. Aly muss in einem Wald vor Josh wegrennen. Wenn er sie innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens fängt, kann er mit ihr schlafen. Sie soll sich jedoch wehren und wieder fliehen. Das hat sich alles ein bisschen zu stark nach sehr fragwürdigem Consent angefühlt. Und ich hatte auch nicht das Gefühl, dass man das irgendwie romantisieren oder als sexy darstellen könnte. Für mich hat sich das einfach nicht richtig angefühlt. Sorry. Und auch der Antrag am Ende war super weird. Die beiden haben vor fünf Sekunden noch in einem Bach Sex gehabt und dann kommt Josh mit der Frage um die Ecke. Weiß ich ja nicht. Bookdragons, wenn das für euch funktioniert hat, cool, aber ich hab zu diesem Zeitpunkt das Schiff verlassen.

Und das war die Geschichte. Was mich zu meinen abschließenden Gedanken bringt. Wie ich zuvor schon angemerkt habe, glaube ich, dass wir noch mehr Diskurs benötigen, wenn es um Dark Romance geht. Ich weiß, es ist Teil des Genres, sich mit dunkleren Themen zu beschäftigen. Das ist aus meiner Sicht auch nicht das Problem. Ich finde es auch super, dass das Genre Raum macht für kinky Smut und auch Dinge, die über kinky hinausgehen. Besonders da viele Frauen diese Bücher lesen, finde ich es gut, dass so vermittelt wird, dass sie mit ihren Fantasien nicht alleine sind, und dass diese weder komisch noch unnormal sind. Da stehe ich wirklich hinter.

Was ich an dem Genre problematisch finde, ist, dass viele Dinge romantisiert werden, die aber eindeutig im echten Leben nicht okay sind. Ja, ich weiß die meisten Lesenden wählen dieses Genre und sind sich dessen bewusst. Aber ihr müsst bedenken, im Zeitalter von Social Media erreicht das eine viel größere Audience. Und damit auch Menschen, die nicht Teil der Bubble sind. Menschen, die vielleicht denken „okay, das ist es also was Frauen wollen“. Und da wird es gefährlich. Denn a) wollen das nicht alle Frauen und b) selbst die Frauen, die dieses Genre lieben, wollen im echten Leben sehr wahrscheinlich keinen Stalker und fragwürdigen Consent.

Ich weiß, diese Debatte ist riesig, weswegen ich an dieser Stelle auch nicht allzu tief darauf eingehen möchte (aber, ich plane das in Zukunft zu tun). Trotzdem möchte ich einmal ansprechen, was mich an diesem Buch gestört hat (die Messer-Szene und ähnliches außen vor). Ich mochte es nicht, dass Aly und Josh unter der „Kein Safeword“-Regel agiert haben. Ja, Vertrauen ist wichtig. Aber genau deshalb existieren Safewords. Vergesst bitte nicht, dass in solchen Situationen ein „Nein“ oder „Ich will das nicht“ als „Teil des Spiels“ interpretiert werden kann. Daher ist es deutlich sicherer ein Safeword, wie, keine Ahnung – Kaffeetasse – zu haben, das so fern vom Kontext ist, dass der/die Partner*in sofort stoppt. Ja, ich weiß, viele von euch Bookdragons wissen das. Aber denkt daran, da es für diese Bücher keine Altersbeschränkung gibt, fallen solche Bücher auch in die Hände von jungen Menschen, die gerade erst ihre Erfahrungen sammeln, und denken könnten, das wäre normal.

Ich finde es zudem auch schwierig, dass Josh als „Green Flag Stalker“ bezeichnet wird. Bookdragons, sowas wie einen Green Flag Stalker gibt es nicht. Ja, ich weiß, es bezieht sich darauf, dass es in dem Genre deutlich schlimmeres gibt und Josh ein gutes Herz hat. Trotzdem. Josh trifft fragwürdige Entscheidungen und überschreitet Grenzen. Das ist niemals eine Green Flag. Auch wenn Aly ihn auf halber Strecke trifft. Bitte vergesst das nicht.

Meine Gefühle zu dem Epilog kennt ihr, daher werde ich da nicht näher drauf eingehen.

Also, was ist mein finales Urteil? Ja, ich hatte meine Probleme mit dem Buch, aber das bezieht sich mehr auf das Genre als das Buch selbst. Den moralischen Aspekt also einmal ausgeklammert, hat es mir Spaß gemacht. Der Smut war gut (auch wenn ich einige Dinge persönlich nicht machen würde), und das Buch hatte Witz und Spannung. Die Charaktere hatten ihre Probleme, was sie auch wussten. Das ist immer ein guter Ausgangspunkt. Wenn man also wirklich differenzieren kann, dass es hier rein um Fiktion geht und das auch so bleiben sollte, war es tatsächlich ein gutes Buch. Es hat mich nicht ganz so abgeholt, wie manch anderes Buch, und ich bin ehrlich, ich weiß nicht, ob ich jemals einem Dark Romance Buch 5 Sterne geben werde. Aber ich fühle mich sehr wohl, diesem Buch 3,5 Sterne zu geben.

Also, was sind eure Gedanken? Sehe ich es falsch und Josh ist sympathischer, als ich ihn darstelle? Glaubt ihr, meine TÜV-Bedenken sind ein bisschen drüber? Wie immer freue ich mich darauf, euch in den Kommentaren zu treffen.

“Mommy and Daddy need to have some alone time right now”.

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