Enemies with Benefits

Roxie Noir

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Published

Mai 2019

Genre

Romance

Tropes

Dual POVs, Enemies to Lovers, Forced Proximity, Small Town Romance

Gelesen auf

English

Spice Rating

Rating

3,0

Darum geht’s

Eli Loveless und Violet Tulane können sich nicht ausstehen. Konnten sie noch nie. Schon seit ihrer Kindheit sind die beiden Rivalen, die jede Gelegenheit nutzen, um den anderen zu schlagen oder ihm auf die Nerven zu gehen.

Erst als Eli ihre Kleinstadt verlässt, kehrt so etwas wie Ruhe ein.

Mittlerweile führt Violet ein überwiegend friedliches Leben – bis sie herausfindet, dass Eli zurückgekehrt ist. Und natürlich ist er noch genau so unausstehlich wie früher… nur eben auch nervtötend attraktiv und viel charmanter, als es erlaubt sein sollte.

Doch damit nicht genug. Eli hat einen neuen Job – als Koch in genau der Wedding-Location, in der auch Violet arbeitet. Und als dann ein großer Bonus für die Mitarbeitenden im Raum steht, entflammt die alte Rivalität erneut.

Doch diesmal mit hat ihr Wettkampf eine gefährliche Wendung. Denn egal wie sehr sie auch streiten – irgendwie können sie die Hände nicht voneinander lassen…

The Review

Lisa`s Review

Professionelle Büchersammlerin und Teilzeit verantwortungsvolle Erwachsene

Kurzes Heads-up: Das Buch existiert aktuell nur in der Originalausgabe auf Englisch. Wenn ihr also selbst plant, es zu lesen und diese Review als Inspo nutzt (danke dafür!), seid ihr hiermit vorgewarnt.

Hello again, ihr lieben Bookdragons, und herzlich willkommen zu einer weiteren Review eines spicy Buches. Ich liebs ja, dass wir so gut darüber bonden können.

Bevor ich aber reingehe, lasst mich euch ein bisschen Kontext geben. Ich habe dieses Buch gelesen, nachdem ich Alchemised beendet hatte (Leonie hat dazu auch eine Review geschrieben – falls ihr sie noch nicht kennt, schaut unbedingt mal vorbei). Versteht sich, dass ich nach so einem thematisch schweren Wälzer erst mal etwas leichte Kost brauchte.

Also habe ich auf meinem Kindle ein bisschen gescrollt, auf der Suche nach dem perfekten Palate Cleanser. Und sind wir ehrlich: Was könnte da besser sein als ein bisschen Smut? Und dann sah ich den Titel: Enemies with Benefits. Und was soll ich sagen… ich habe nicht gezögert. Das war mein Buch.

Nun aber zur eigentlichen Frage: Konnte das Buch meine Erwartungen erfüllen? Lasst es uns gemeinsam herausfinden.

Spoiler Review
READ ONLY IF YOU’VE FINISHED THE BOOK

Der erste Gedanke, den ich mir beim Lesen aufgeschrieben habe, war „Men suck!“. Kein Scherz.

Und ich sag es ehrlich, ich finde hier das Buch etwas Interessantes geschafft. Bereits im ersten Kapitel schafft es das Buch ein Gefühl einzufangen, das den meisten von uns Frauen bekannt sein sollte: zu 100% und mit voller Seele vom anderen Geschlecht angeekelt und genervt sein.

Violet (unser FMC) ist auf einem Date. Und es ist fürchterlich. Der Typ ist super unverschämt, behandelt die Servicekräfte wie Müll und auch zu Violet ist er nicht wirklich nett. Stattdessen kommt er sehr schnell zum „Punkt“ und fragt Violet, ob sie zu ihm oder ihr gehen wollen. Immerhin hat er ja ein tolles Restaurant herausgesucht. Da ist es ja das mindeste, dass sie zum Dank mit ihm schläft.

Ja – ihr dürft euch übergeben. Oder aufregen und Sachen kaputt machen. Fühlt sich auch wie eine angebrachte Reaktion an. Ganz ehrlich, ich hab das Gefühl, dass jede Frau mit einem Online-Dating-Account genau weiß, wie Violet sich in dem Moment fühlt. Ist das traurig? Jap. Könnte full on in den Rage-Mode gehen und mich darüber aufregen, wie niedrig die Messlatte heutzutage ist? 100%. Aber das würde den ganzen Raum dieser Review einnehmen, daher belassen wir es dabei, dass ich super sauer und angeekelt bin.

Naja, das Date wird leider nur noch schlimmer. Als Violet es sehr deutlich macht, dass Sex keine Option ist, lässt der Typ sie sitzen. Und nicht mal auf normale, halbwegs vernünftige Art und Weise. Nein – er behauptet, dass er auf Toilette müsste… und macht sich dann leise aus dem Staub. Sehr niveauvoll. Und als wäre die Situation nicht schon schlimm genug, stellt Violet fest, dass sie ihr Portemonnaie vergessen hat. Was bedeutet, dass sie das überteuerte Essen nicht bezahlen kann. Also endet ihr Abend damit, dass sie Geschirr spült, um die Rechnung zu bezahlen.

Dank wechselnder POVs, lernen wir, während Violet das Geschirr abwäscht, Eli kennen (unseren MMC). Er ist zurück in die Kleinstadt gezogen, in der er aufgewachsen ist, und hat diesbezüglich gemischte Gefühle. Sein Tag war auch nicht der Beste – er arbeitet als Koch und musste die Herrentoilette prüfen, um sicherzustellen, dass es dort keinen Notfall gab. Zum Glück war diese

jedoch leer.

Und wer jetzt noch nicht die Punkte verbunden hat: Ja – wir sprechen von dem Restaurant in dem auch Violet ist. Weshalb Eli plötzlich eine Frau in High Heels und einem hübschen Kleid, geschirrwaschend in seiner Küche findet. Zunächst sieht er sie nur von hinten – und sagen wir so, er ist nicht abgeneigt von dem Ausblick.

Doch dann dreht sie sich um.

Und er realisiert, dass es Violet Tulane ist. Sein Kindheits-Nemesis.

Und damit kommen wir auch gleich zu meinem nächsten „Men suck“-Moment.

Ja, die beiden haben eine Vergangenheit. Ja, sie sind und waren Nemesis. Doch in dem Moment, in dem Eli erfährt, dass Violet sitzen gelassen wurde, geht er sofort davon aus, dass es ihre Schuld war. Und sagt das auch noch laut. Was zur Hölle? Werd erwachsen, man. Es sind Jahre vergangen, seit ihr euch das letzte Mal gesehen habt, und du kannst nicht mal ein winziges bisschen Empathie aufbringen? Du musst sie ja nicht mögen. Aber dann lass sie doch einfach in Ruhe und fang nicht noch unnötig an zu sticheln. Wirklich nicht der beste erste Eindruck für unseren MMC. Ich verstehe zwar, was die Autorin erreichen wollte, aber die Umsetzung funktioniert für mich nicht.

Wir lesen weiter aus Violets POV. Da der Arsch von Date sie abgeholt hat, und sie kein Portemonnaie dabei hat, beschließt sie nach Hause zu laufen. Alleine. Mitten in der Nacht. Ich glaube alle Frauen hören an dieser Stelle die Alarmglocken klingen. Und leider auch zurecht.

Auf ihrem Heimweg wird sie von einer Gruppe vorbeifahrender Männer gecatcalled. Sie drosseln das Tempo des Autos und – TRIGGER WARNUNG: Ihr könnt gerne zum nächsten Absatz springen – sie wird sexuell belästigt. Einer der Männer holt seinen Penis heraus und suggeriert Violet, dass er sich selbstbefriedigt. Doch letztendlich fahren die Männer weiter und lassen Violet alleine. An dieser Stelle musste ich erstmal durchatmen. Denn auch wenn das ganze nur fiktional ist, bin ich in solchen Situationen einfach angespannt und bete auch für die fiktionalen Charaktere, dass ihnen nichts passiert.

Als Violet dann erneut ein langsam heranfahrendes Auto hört, bekommt sie Panik und beginnt wegzurennen. Doch der Fahrer ruft nach ihr. Es ist Eli, der sie gesehen hat und ihr nun anbietet sie nach Hause zu fahren. Zunächst möchte sie das Angebot nicht annehmen, doch gibt am Ende nach, und schafft es doch noch sicher nach Hause.

Hier erfahren wir, dass Violet in einem Trailerpark wohnt. Ich bin zwar keine Amerikanerin, aber ich weiß, dass viele Menschen in den USA darauf herabschauen. Aber ich verstehe das nicht. Manche Menschen entscheiden sich aktiv für diesen Lebensstil. Und selbst wenn sie es nicht tun – wieso sollte man eine Person dafür beschämen, dass sie nicht genügend Geld besitzt, um in einem von der Gesellschaft angesehenen Haus zu wohnen? Das Ganze hängt oft mit größeren systematischen Problemen zusammen: mangelnden Jobangeboten, steigenden Lebenshaltungskosten oder der Schwierigkeit, nach Rückschlägen wieder auf die Beine zu kommen. Aber gut, das ist eine ganz andere Diskussion. Ich möchte nur klarstellen: Wenn du eine Person dafür verurteilst, sagt das mehr über dich als über sie.

Aber meine Gedanken dazu beiseite. Am nächsten Tag lernen wir, dass Violet tatsächlich nicht gerne im Trailerpark wohnt und auf ein kleines Haus am See spart.

Sie ist auf der Arbeit – und bis heute kann ich euch nicht sagen, was ihr genauer Arbeitstitel eigentlich ist. Das wurde nie aufgeklärt. Ich glaube früher hat sie Jura studiert? Und jetzt arbeitet sie bei einer Hochzeits-Location als eine Art Planerin oder Managerin. Wenn einer von euch Bookdragons mehr Ahnung hat, klärt mich gerne auf.

Also, Violet arbeitet bei dieser Location und managt die Planung. Sie ist etwas spät zu einem All-Staff-Meeting und auf ihrem Weg dorthin rennt sie in Eli. Es stellt sich heraus, dass Eli seinen letzten Tag im Restaurant hatte und nun als Koch bei der Location anfängt. Violet ist ziemlich sauer darüber, kann aber auch nicht wirklich etwas daran ändern.

Gemeinsam gehen sie zu dem Meeting und Eli hat erneut seinen Spaß daran Violet anzustacheln. Und dann kommt die große Ankündigung: Die Location wird eine große, geheime royale Hochzeit ausrichten. Aufgrund dessen haben die Mitarbeitenden die Möglichkeit Mitarbeiter*in des Jahres zu werden. Natürlich tut es nicht weh, dass es zu diesem Titel einen Bonus von 20 Tausend Dollar geben wird. Nice. Aber auch sehr fraglich. Denn sind wir ehrlich, das wird zu Konflikten und Eifersucht führen. Wieso also nicht den Bonus gerecht auf alle aufteilen? Ich mein, ist der Erfolg dieser Hochzeit nicht sowieso Teamarbeit? Nicht der beste Ansatz für ein gutes Betriebsklima, aber ich bin ja auch nicht die Chefin dieser Location.

Natürlich setzen sowohl Violet als auch Eli es sich in den Kopf, den Bonus zu gewinnen.

Am selben Abend sind die beiden in der Bar von Elis Brüdern. Violet versucht sich vor Eli zu verstecken und flieht durch die Hintertür. Offensichtlich folgt er ihr. Und während einer hitzigen Diskussion kommt es dazu, dass die beiden sich küssen. Ich werde nicht lügen: Diese Entwicklung hat mich sehr glücklich gemacht. Denn ihr wisst ja – ich war da für den Smut. Leider wurde ich dann jedoch enttäuscht, denn nach dem Kuss flieht Violet erneut und fährt nach Hause.

Ich würde gerne sagen, dass die nächsten paar Kapitel sich um die Hochzeiten, die Planung und den Bonus drehen. Aber das wäre gelogen. Es sind mehr als nur ein paar Kapitel. Was technisch gesehen kein Problem ist. Ist ja klasse, wenn die Autorin tatsächlich eine Geschichte geplant hat und uns daran teilhaben lässt. Doch zu meiner großen Enttäuschung enthalten diese Kapitel null Smut. Nichts. Nicht mal einen Hauch. Das hat mich wirklich enttäuscht. Und ja – ich habe mich gefühlt alle zehn Seiten bei Leonie über den Mangel an Smut aufgeregt. Mir wurde Spice versprochen, Bookdragons. Wo ist er?

Doch meine Enttäuschung beiseite, werde ich euch natürlich trotzdem erzählen was passiert. Offensichtlich sind Violet und Eli voneinander angezogen und geraten ständig wieder in eine Art Wettkampf. Während einer der Hochzeiten gibt es ein Hochzeitstorten-Desaster, weil ein paar Kinder die Torte umrennen. Violet schafft es irgendwie sie noch halbwegs oben zu halten und Eli und die Küchencrew kommen herbeigeeilt, um dieses Desaster zu retten.

Martin – einer ihrer Kolleg*innen – nimmt den Wettkampf um den Bonus sehr ernst und beginnt die anderen Teammitglieder zu sabotieren. Doch der Boss bekommt nichts mit. Daher beschließen Eli und Violet zusammenzuarbeiten, um zu verhindern, dass Martin den Bonus gewinnt. Ich mein – ich hab gesagt der Bonus wird zu Problemen führen…

Eine von Martins Sabotagen besteht darin, eine Bestellung von Origami-Kranichen zu ändern. Was bedeutet, dass Violet eine Nachtschicht einschieben und selbst falten muss. Eli, der anscheinend schon viel in der Welt gereist ist, hilft ihr. Und nach dieser intensiven Origami-Session… schlafen die beiden endlich miteinander. Wurde auch Zeit. Ja, ich weiß, ich bin griesgrämig. Aber zu diesem Zeitpunkt waren wir schon bei der Hälfte des Buches. DER HÄLFTE. Und hier bekommen wir das erste Mal wirklich Smut? Nicht fair.

Und wenn wir schon dabei sind: Auch wenn ich endlich meinen Smut bekommen habe, muss ich ehrlich sein. Ich hab schon besseren gelesen. Sorry, not sorry. Um deutlich zu sein: der Spice ist nicht schlecht. Aber er ist auch nicht atemberaubend gut. Er ist… solide. Mittelfeld. Und auch wenn viele Bücher in diese Kategorie fallen, muss ich sagen, dass der Fakt, dass es so lange gedauert hat – obwohl das anders vermarktet wurde – dafür sorgt, dass ich etwas enttäuscht war.

Aber zurück zur Story. Violet und Eli sind sich einig, dass das der beste Sex war, den sie je hatten. Trotzdem glauben sie, dass sie in jeder anderen Hinsicht nicht kompatibel sind. Also entscheiden sie sich Freunde mit gewissen Vorzügen zu werden. Ja – Freunde, nicht Feinde. Denn anscheinend sind sie irgendwo auf dem Weg tatsächlich echte Freunde geworden.

Ab hier bekommen wir viele Kapitel mit angedeutetem Spice – eine weitere persönliche Enttäuschung – und Violet und Eli verbringen jede Nacht zusammen. Sie gehen außerdem regelmäßig auf Dates und haben tiefgehende Gespräche über ihre verstorbenen Eltern. Aber natürlich sind sie nicht zusammen. Das hat sich ein bisschen zu sehr nach echtem Leben und Situationships angefühlt, wenn ihr mich fragt. Das war mir ehrlich gesagt ein bisschen zu real. Aber gut, ich denke auch in der Buch-Welt müssen wir uns mit diesem Gedanken befreunden.

Da die beiden in einer Kleinstadt – fast schon einem Dorf – leben, frage ich mich wirklich wie die beiden jemals dachten, dass sie ihre Situationship geheim halten können. Spoiler: Die ganze verdammte Stadt weiß Bescheid. Überrascht mich nicht wirklich.

Eine der Hochzeiten wird am Tag der Hochzeit abgesagt. Und anstatt Ressourcen zu verschwenden, beschließt der Big Boss die Familien und Freunde seiner Angestellten zu einer Feier einzuladen. Während dieser Party schleichen sich Eli und Violet in die Hochzeitsscheune und – naja – ihr könnt raten, was sie da machen. Danach kuscheln die beiden miteinander und Eli schießt ein paar Selfies. Und nur um das aufzuklären: Er mach das nicht heimlich. Also alles gut.

Während die beiden also eine gute Zeit in der Scheune haben, schmuggeln ein paar der jüngeren Angestellten einen schwimmenden mechanischen Bullen aus dem Büro und packen ihn in den Pool. Bis heute habe ich keinen Schimmer, wie das auf Wasser funktionieren soll. Insbesondere weil da ja Elektrizität involviert ist. Aber gut, da muss ich wohl die Magie der Vorstellungskraft nutzen und meine sehr erwachsenen Sorgen zur Seite packen. Wenig überraschend geht das ganze schief. Eine Person wird von dem Bullen abgeworfen und landet nicht im Wasser sondern auf dem Beton neben dem Pool. Ein Rettungswagen wird gerufen. Der Boss ist außer sich und alle werden für ein dringendes Meeting in den folgenden Tagen einberufen.

Violet ist deshalb sehr besorgt. Sie fühlt sich verantwortlich, da der mechanische Bulle fälschlicherweise zu ihr geschickt wurde und sie es noch nicht geschafft hatte ihn zurückzuschicken. Komische Logik, aber gut. Ich spoilere euch das einfach direkt: Es wird keinerlei Konsequenzen geben. Dieser ganze Plot-Teil verschwindet einfach. Keine richtigen Konsequenzen, kein Ärger. Was frustrierend ist, da es sich so angefühlt hat, als würde es wichtig werden.

Auch den nächsten Teil fasse ich zusammen: Violet geht zu Elis sonntäglichem Familienessen, was anscheinend eine große Sache ist. Beide wünschen sich eine Beziehung miteinander, trauen sich aber nicht es anzusprechen. Die große royale Hochzeit, die uns versprochen wurde, bekommt genau eine Seite in dem Buch. Cool, oder? Und auch die Martin-Geschichte verliert sich irgendwie im Sand. Und irgendwie sind wir dann auch schon am Ende der Hochzeitssaison. Eli gewinnt den Bonus. Und wir gehen direkt ins große finale Drama.

Nach der Verkündung des Gewinners wird Violet ins Büro des Bosses gebeten. Er erzählt ihr, dass er ursprünglich ihr den Bonus geben oder diesen auf sie und Eli aufteilen wollte. Doch dann hat er eine E-Mail erhalten mit einem Bild von Violet. Nackt. In der Hochzeitsscheune. Er ist super enttäuscht von ihr, belehrt sie und macht sehr deutlich, dass sie froh sein kann, dass er sie nicht kündigt.

Dazu habe ich Gedanken.

Ja, von einem professionellen Standpunkt aus, kann ich verstehen, dass das nicht das beste Verhalten war. Aber – dieses Bild wurde eindeutig von einem privaten Smartphone aufgenommen. Es stammt nicht von Sicherheitskameras. Was bedeutet, dass:
a) auch eine andere Person involviert war
b) es sich um ein privates Bild handelt.

Ich bin jetzt keine legale Expertin, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass das vor Gericht nicht standhalten würde. Und darüber hinaus ist das auch einfach ein wahnsinnig beschissener Umgang mit einer sehr prekären Situation. Aber gut, ein Boss der einen Wettkampf um einen Bonus startet hat wahrscheinlich generell keine Ahnung von gesunder Mitarbeitendenführung.

Violet geht sofort davon aus, dass Eli das Bild verschickt hat um den Bonus zu bekommen. Weil, sie sind ja schließlich Rivalen. (Kleiner Gedankeneinschub: Eli hat in der Scheune nur Selfies aufgenommen. Warum sieht man also nur Violet? Logikfehler im Buch).

Und hiermit kommen wir zu meinem least favorite Trope: misscommunication.

Ich hasse es.

Deshalb werde ich da auch nicht zu lange drauf eingehen. Sie streiten sich und hören auf miteinander zu reden.

Eli stellt irgendwann fest, dass es technisch gesehen seine Schuld war – er hat kein Passwort auf seinem Handy und hat dieses einfach in seinem unverschlossenen Spint liegen gelassen. Jeder hatte also Zugang dazu. Und es stellt sich heraus, dass es Martin war, der das Bild verschickt hat. (Ein weiterer Logikfehler. Wenn Martin unbedingt den Bonus gewinnen wollte, warum hat er dann nicht ein Bild geschickt, auf dem man Eli und Violet sieht?). Naja. Eli bricht nun mit Hilfe eines random Militär-Typens in die Hochzeitslocation ein, um zu beweisen, dass Martin der Schuldige ist. Leider funktioniert dieser Plan nicht. Aber irgendwie schafft er es trotzdem, dass Martin gekündigt wird. Ich hab ehrlich gesagt vergessen wie. Aber ja, Martin ist nun weg vom Fenster.

Violet und Eli haben endlich ihr längst überfälliges Gespräch und sind nun auch offiziell ein Paar. Natürlich schlafen sie zur Feier des Tages miteinander. Und dann kam ein Detail, das ich nicht ignorieren konnte.

Am nächsten Morgen wacht Eli um 10:30 auf, geht zur Dusche… und zieht sein Shirt, seine Jeans und seine Schuhe aus.

Seine Schuhe.

Wo kommen die denn her?

Ich weiß ja nicht, wie ihr das handhabt, aber ich gehe normalerweise nicht komplett angezogen schlafen. Schon gar nicht mit Schuhen. Besonders nicht, wenn ich zuvor eine heiße Nacht hatte.

Erwischt, Frau Noir.

Adleraugen. Das konnte auch der Smut nicht verstecken.

Wie auch immer. Eli sagt Violet, dass er von dem Bonus das Haus am See gekauft hat, auf dass sie gespart hat. Für sie zusammen. Ein bisschen drüber, wenn ihr mich fragt, aber auch sehr vorhersehbar. Ich find’s aber super, dass sogar die Autorin selbst darauf hinweisen musste. Im Epilog schreibt sie: „It might also be insane to buy a house with the guy who’s only been your boyfriend for a few months, but I’m choosing to ignore that.” Sie wusste ganz genau, dass sie wegen dieser „HEA“-Logik zur Rede gestellt werden würde – und ich liebe es.

Und damit sind wir auch schon am Ende.

Also, zurück zu meiner Eingangsfrage: konnte das Buch meine Erwartungen erfüllen?

Ihr ratet richtig – nein.

Und ich bin auch immer noch etwas enttäuscht. Nicht, weil ich es schade finde, dass es einen stärkeren Fokus auf die Story gab. Sondern weil ich es nicht mag, wenn ein Buch als super spicy vermarktet wird, und dann nicht liefert. Wenn es anders kommuniziert worden wäre – mehr Romance, mehr Spannung – wäre ich wahrscheinlich absolut zufrieden gewesen. Der Spice selbst? Mittelmäßig, aber gut.

Die Story? Ein bisschen chaotisch. Einige Plot-Holes und viele Ideen, die nicht richtig ausgeschöpft wurden (ja, ich meine euch Royale Hochzeit und Martin-Storyline). Aber insgesamt war es trotzdem spaßig. Nicht das beste Buch da draußen, aber definitiv ein solider, entspannter Read. Perfekt als Einschub zwischen schweren Büchern oder vielleicht den Sommerurlaub.

Daher gebe ich dem Buch 3 von 5 Sternen.

Also, meine lieben Bookdragons, was sagt ihr?
Ist das ein Buch, das ihr lesen würdet? Und falls ihr es auch gelesen habt, was sind eure Gedanken dazu?

Lasst es mich wissen.  

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